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title: "The Castle · Das Schloss"
author: "Franz Kafka"
translator: "Willa and Edwin Muir"
title_de: "Das Schloss · The Castle"
languages: [de, en]
shelf: "Literature"
section: 6 of 18
url: https://scriptura.si/works/kafka-castle-bilingual/6/
cite: "Franz Kafka, tr. Willa and Edwin Muir, The Castle · Das Schloss, section 6. Scriptura (scriptura.si), https://scriptura.si/works/kafka-castle-bilingual/6/"
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# The Castle · Das Schloss

*Franz Kafka, tr. Willa and Edwin Muir*

German: Das Schloss · The Castle

Kafka's novel in German and English, paragraph by paragraph, chapter by chapter.

## 6. Chapter VI · Das sechste Kapitel

Source: https://scriptura.si/works/kafka-castle-bilingual/6/ · cite a paragraph as https://scriptura.si/works/kafka-castle-bilingual/6/#p-N

[¶0] Before the inn the landlord was waiting for him. Without being questioned he would not have ventured to address him, accordingly K. asked what he wanted. “Have you found new lodgings yet?” asked the landlord, looking at the ground. “You were told to ask by your wife?” replied K., “you’re very much under her influence?” “No,” said the landlord, “I didn’t ask because of my wife. But she’s very bothered and unhappy on your account, can’t work, lies in bed and sighs and complains all the time.” “Shall I go and see her?” asked K. “I wish you would,” said the landlord. “I’ve been to the Superintendent’s already to fetch you. I listened at the door, but you were talking. I didn’t want to disturb you, besides I was anxious about my wife and ran back again; but she wouldn’t see me, so there was nothing for it but to wait for you.” “Then let’s go at once,” said K., “I’ll soon reassure her.” “If you could only manage it,” said the landlord.

> German: Vor dem Wirtshaus erwartete ihn der Wirt. Ohne gefragt zu werden, hätte er nicht zu sprechen gewagt, deshalb fragte ihn K., was er wolle. „Hast du schon eine neue Wohnung?“ fragte der Wirt, zu Boden sehend. „Du fragst im Auftrag deiner Frau,“ sagte K., „du bist wohl sehr abhängig von ihr?“ „Nein,“ sagte der Wirt, „ich frage nicht in ihrem Auftrag. Aber sie ist sehr aufgeregt und unglücklich deinetwegen, kann nicht arbeiten, liegt im Bett und seufzt und klagt fortwährend.“ „Soll ich zu ihr gehen?“ fragte K. „Ich bitte dich darum,“ sagte der Wirt, „ich wollte dich schon vom Vorsteher holen, horchte dort an der Tür, aber ihr wart im Gespräch, ich wollte nicht stören, auch hatte ich Sorge wegen meiner Frau, lief wieder zurück, sie ließ mich aber nicht zu sich, so blieb mir nichts übrig, als auf dich zu warten.“ „Dann komm also schnell,“ sagte K., „ich werde sie bald beruhigen.“ „Wenn es nur gelingen wollte“, sagte der Wirt.

[¶1] They went through the bright kitchen where three or four maids, engaged all in different corners at the work they were happening to be doing, visibly stiffened on seeing K. From the kitchen the sighing of the landlady could already be heard. She lay in a windowless annex separated from the kitchen by thin lath boarding. There was room in it only for a huge family bed and a chest. The bed was so placed that from it one could overlook the whole kitchen and superintend the work. From the kitchen, on the other hand, hardly anything could be seen in the annex. There it was quite dark, only the faint gleam of the purple bed-coverlet could be distinguished. Not until one entered and one’s eyes became used to the darkness did one detach particular objects.

> German: Sie gingen durch die lichte Küche, wo drei oder vier Mägde, jede weit von der andern, bei ihrer zufälligen Arbeit im Anblick K.s förmlich erstarrten. Schon in der Küche hörte man das Seufzen der Wirtin. Sie lag in einem durch eine leichte Bretterwand von der Küche abgetrennten fensterlosen Verschlag. Er hatte nur Raum für ein großes Ehebett und einen Schrank. Das Bett war so aufgestellt, daß man von ihm aus die ganze Küche übersehen und die Arbeit beaufsichtigen konnte. Dagegen war von der Küche aus im Verschlag kaum etwas zu sehen. Dort war es ganz finster, nur das weinrote Bettzeug schimmerte ein wenig hervor. Erst wenn man eingetreten war und die Augen sich eingewöhnt hatten, unterschied man Einzelheiten.

[¶2] “You’ve come at last,” said the landlady feebly. She was lying stretched out on her back, she breathed with visible difficulty, she had thrown back the feather quilt. In bed she looked much younger than in her clothes, but a nightcap of delicate lacework which she wore, although it was too small and nodded on her head, made her sunk face look pitiable. “Why should I have come?” asked K. mildly. “You didn’t send for me.” “You shouldn’t have kept me waiting so long,” said the landlady with the capriciousness of an invalid. “Sit down,” she went on pointing to the bed, “and you others go away.” Meantime the maids as well as the assistants had crowded in. “I’ll go too, Gardana,” said the landlord, This was the first time that K. had heard her name. “Of course,” she replied slowly, and as if she were occupied with other thoughts she added absently: “Why should you remain any more than the others?” But when they had all retreated to the kitchen—even the assistants this time went at once, besides, a maid was behind them—Gardana was alert enough to grasp that everything she said could be heard in there, for the annex lacked a door, and so she commanded everyone to leave the kitchen as well. It was immediately done.

> German: „Endlich kommen Sie“, sagte die Wirtin schwach. Sie lag auf dem Rücken ausgestreckt, der Atem machte ihr offenbar Beschwerden, sie hatte das Federbett zurückgeworfen. Sie sah im Bett viel jünger aus als in den Kleidern, aber ein Nachthäubchen aus zartem Spitzengewebe, das sie trug, trotzdem es zu klein war und auf ihrer Frisur schwankte, machte die Verfallenheit des Gesichtes mitleiderregend. „Wie hätte ich kommen sollen?“ sagte K. sanft. „Sie haben mich doch nicht rufen lassen.“ „Sie hätten mich nicht so lange warten lassen sollen“, sagte die Wirtin mit dem Eigensinn des Kranken. „Setzen Sie sich,“ sagte sie und zeigte auf den Bettrand, „ihr andern geht aber fort.“ Außer den Gehilfen hatten sich inzwischen auch die Mägde eingedrängt. „Ich will auch fortgehen, Gardana“, sagte der Wirt. K. hörte zum erstenmal den Namen der Frau. „Natürlich“, sagte sie langsam, und als sei sie mit anderen Gedanken beschäftigt, fügte sie zerstreut hinzu: „Warum solltest denn gerade du bleiben?“ Aber als sich alle in die Küche zurückgezogen hatten, auch die Gehilfen folgten diesmal gleich, allerdings waren sie hinter einer Magd her, war Gardana doch aufmerksam genug, um zu erkennen, daß man aus der Küche alles hören konnte, was hier gesprochen wurde, denn der Verschlag hatte keine Tür, und so befahl sie allen, auch die Küche zu verlassen. Es geschah sofort.

[¶3] “Land Surveyor,” said Gardana, “there’s a wrap hanging over there beside the chest, will you please reach me it. I’ll lay it over me. I can’t bear the feather quilt, my breathing is so bad.” And as K. handed her the wrap, she went on: “Look, this is a beautiful wrap, isn’t it?” To K. it seemed to be an ordinary woollen wrap; he felt it with his fingers again merely out of politeness, but did not reply. “Yes, it’s a beautiful wrap,” said Gardana covering herself up. Now she lay back comfortably, all her pain seemed to have gone, she actually had enough strength to think of the state of her hair which had been disordered by her lying position; she raised herself up for a moment and rearranged her coiffure a little round the nightcap. Her hair was abundant.

> German: „Bitte,“ sagte dann Gardana, „Herr Landvermesser, gleich vorn im Schrank hängt ein Umhängetuch, reichen Sie es mir, ich will mich damit zudecken, ich ertrage das Federbett nicht, ich atme so schwer.“ Und als ihr K. das Tuch gebracht hatte, sagte sie: „Sehen Sie, das ist ein schönes Tuch, nicht wahr?“ K. schien es ein gewöhnliches Wolltuch zu sein, er befühlte es nur aus Gefälligkeit noch einmal, sagte aber nichts. „Ja, es ist ein schönes Tuch", sagte Gardana und hüllte sich ein. Sie lag nun friedlich da, alles Leid schien von ihr genommen zu sein, ja sogar ihre vom Liegen in Unordnung gebrachten Haare fielen ihr ein, sie setzte sich für ein Weilchen auf und verbesserte die Frisur ein wenig rings um das Häubchen. Sie hatte reiches Haar.

[¶4] K. became impatient, and began: “You asked me, madam, whether I had found other lodgings yet.” “I asked you?” said the landlady, “no, you’re mistaken.” “Your husband asked me a few minutes ago.” “That may well be,” said the landlady, “I’m at variance with him. When I didn’t want you here, he kept you here, now that I’m glad to have you here, he wants to drive you away. He’s always like that.” “Have you changed your opinion of me so greatly, then?” asked K. “In a couple of hours?” “I haven’t changed my opinion,” said the landlady more feebly again, “give me your hand. There, and now promise to be quite frank with me and I’ll be the same with you.” “Right,” said K., “but who’s to begin first?” “I shall,” said the landlady. She did not give so much the impression of one who wanted to meet K. halfway, as of one who was eager to have the first word.

> German: K. wurde ungeduldig und sagte: „Sie ließen mich, Frau Wirtin, fragen, ob ich schon eine andere Wohnung habe.“ „Ich ließ Sie fragen?“ sagte die Wirtin, „nein, das ist ein Irrtum.“ „Ihr Mann hat mich eben jetzt danach gefragt.“ „Das glaube ich,“ sagte die Wirtin, „ich bin mit ihm geschlagen. Als ich Sie nicht hier haben wollte, hat er Sie hier gehalten, jetzt, da ich glücklich bin, daß Sie hier wohnen, treibt er Sie wieder fort. So ähnlich macht er es immer.“ „Sie haben also“, sagte K., „Ihre Meinung über mich so sehr geändert? In ein, zwei Stunden?“ „Ich habe meine Meinung nicht geändert,“ sagte die Wirtin wieder schwächer, „reichen Sie mir Ihre Hand. So, und nun versprechen Sie mir, völlig aufrichtig zu sein, auch ich will es Ihnen gegenüber sein.“ „Gut,“ sagte K., „wer wird aber anfangen?“ „Ich“, sagte die Wirtin. Es machte nicht den Eindruck, als wollte sie K. damit entgegenkommen, sondern als sei sie begierig, als erste zu reden.

[¶5] She drew a photograph from under the pillow and held it out to K. “Look at that portrait,” she said eagerly. To see it better K. stepped into the kitchen, but even there it was not easy to distinguish anything on the photograph, for it was faded with age, cracked in several places, crumpled and dirty. “It isn’t in very good condition,” said K. “Unluckily, no,” said the landlady, “when one carries a thing about with one for years it’s bound to be the case. But if you look at it carefully, you’ll be able to make everything out, you’ll see. But I can help you; tell me what you see, I like to hear anyone talk about the portrait. Well, then?” “A young man,” said K. “Right,” said the landlady, “and what is he doing?” “It seems to me he’s lying on a board stretching himself and yawning.” The landlady laughed. “Quite wrong,” she said. “But here’s the board and here he is lying on it,” persisted K. on his side. “But look more carefully,” said the landlady in annoyance, “is he really lying down?” “No,” said K. now, “he’s floating, and now I can see it, it’s not a board at all, but probably a rope, and the young man is taking a high leap.” “You see!” replied the landlady triumphantly, “he’s leaping, that’s how the official messengers practise. I knew quite well that you would make it out. Can you make out his face, too?” “I can only make out his face very dimly,” said K., “he’s obviously making a great effort, his mouth is open, his eyes tightly shut and his hair fluttering.” “Well done,” said the landlady appreciatively, “nobody who never saw him could have made out more than that. But he was a beautiful young man. I only saw him once for a second and I’ll never forget him.” “Who was he then?” asked K. “He was the messenger that Klamm sent to call me to him the first time.”

> German: Sie zog eine Photographie unter dem Polster hervor und reichte sie K. „Sehen Sie dieses Bild an“, sagte sie bittend. Um es besser zu sehen, machte K. einen Schritt in die Küche, aber auch dort war es nicht leicht, etwas auf dem Bild zu erkennen, denn dieses war vom Alter ausgebleicht, vielfach gebrochen, verdrückt und fleckig. „Es ist in keinem sehr guten Zustande“, sagte K. „Leider, leider,“ sagte die Wirtin, „wenn man es durch Jahre immer bei sich herumträgt, wird es so. Aber wenn Sie es genau ansehen, werden Sie doch alles erkennen, ganz gewiß. Ich kann Ihnen übrigens helfen, sagen Sie mir, wen Sie sehen, es freut mich sehr, von dem Bild zu hören. Was also?“ „Einen jungen Mann“, sagte K. „Richtig,“ sagte die Wirtin, „und was macht er?“ „Er liegt, glaube ich, auf einem Brett, streckt sich und gähnt.“ Die Wirtin lachte. „Das ist ganz falsch“, sagte sie. „Aber hier ist doch das Brett und hier liegt er“, beharrte K. auf seinem. „Sehen Sie doch genauer hin,“ sagte die Wirtin ärgerlich, „liegt er denn wirklich?“ „Nein,“ sagte nun K., „er liegt nicht, er schwebt und nun sehe ich es, es ist gar kein Brett, sondern wahrscheinlich eine Schnur, und der junge Mann macht einen Hochsprung.“ „Nun also,“ sagte die Wirtin erfreut, „er springt, so üben die amtlichen Boten. Ich habe es ja gewußt, daß Sie es erkennen werden. Sehen Sie auch sein Gesicht?“ „Vom Gesicht sehe ich nur sehr wenig,“ sagte K., „er strengt sich offenbar sehr an, der Mund ist offen, die Augen zusammengekniffen und das Haar flattert.“ „Sehr gut,“ sagte die Wirtin anerkennend, „mehr kann einer, der ihn nicht persönlich gesehen hat, nicht erkennen. Aber es war ein schöner Junge. Ich habe ihn nur einmal flüchtig gesehen und werde ihn nie vergessen.“ „Wer war es denn?" fragte K. „Es war der Bote, durch den Klamm mich zum ersten Male zu sich berief.“

[¶6] K. could not hear properly, his attention was distracted by the rattling of glass. He immediately discovered the cause of the disturbance. The assistants were standing outside in the yard hopping from one foot to the other in the snow, behaving as if they were glad to see him again; in their joy they pointed each other out to him and kept tapping all the time on the kitchen window. At a threatening gesture from K. they stopped at once, tried to pull one another away, but the one would slip immediately from the grasp of the other and soon they were both back at the window again. K. hurried into the annex where the assistants could not see him from outside and he would not have to see them. But the soft and as it were beseeching tapping on the windowpane followed him there too for a long time.

> German: K. konnte nicht genau zuhören, er wurde durch Klirren von Glas abgelenkt. Er fand gleich die Ursache der Störung. Die Gehilfen standen draußen im Hof, hüpften im Schnee von einem Fuß auf den andern, taten, als wären sie glücklich, K. wieder zu sehen, vor Glück zeigten sie ihn einander und tippten dabei immerfort an das Küchenfenster. Auf eine drohende Bewegung K.s ließen sie sofort davon ab, suchten einander zurückzudrängen, aber einer entwischte gleich dem andern und schon waren sie wieder beim Fenster. K. eilte in den Verschlag, wo ihn die Gehilfen von außen nicht sehen konnten und er sie nicht sehen mußte. Aber das leise wie bittende Klirren der Fensterscheibe verfolgte ihn auch dort noch lange.

[¶7] “The assistants again,” he said apologetically to the landlady and pointed outside. But she paid no attention to him, she had taken the portrait from him, looked at it, smoothed it out and pushed it again under her pillow. Her movements had become slower, but not with weariness, but with the burden of memory. She had wanted to tell K. the story of her life and had forgotten about him in thinking of the story itself. She was playing with the fringe of her wrap. A little time went by before she looked up, passed her hand over her eyes, and said: “This wrap was given me by Klamm. And the nightcap, too. The portrait, the wrap and the nightcap, these are the only three things of his I have as keepsakes. I’m not young like Frieda, I’m not so ambitious as she is, nor so sensitive either, she’s very sensitive; to put it bluntly, I know how to accommodate myself to life, but one thing I must admit, I couldn’t have held out so long here without these three keepsakes. Perhaps these three things seem very trifling to you, but let me tell you, Frieda, who has had relations with Klamm for a long time, doesn’t possess a single keepsake from him. I have asked her, she’s too fanciful, and too difficult to please besides; I, on the other hand, though I was only three times with Klamm—after that he never asked me to come again, I don’t know why—I managed to bring three presents back with me all the same, having a premonition that my time would be short. Of course one must make a point of it, Klamm gives nothing of himself, but if one sees something one likes lying about there, one can get it out of him.”
K. felt uncomfortable listening to these tales, much as they interested him. “How long ago was all that, then?” he asked with a sigh.

> German: „Wieder einmal die Gehilfen“, sagte er der Wirtin zu seiner Entschuldigung und zeigte hinaus. Sie aber achtete nicht auf ihn, das Bild hatte sie ihm fortgenommen, angesehen, geglättet und wieder unter das Polster geschoben. Ihre Bewegungen waren langsamer geworden, aber nicht vor Müdigkeit, sondern unter der Last der Erinnerungen. Sie hatte K. erzählen wollen und hatte ihn vergessen über der Erzählung. Sie spielte mit den Fransen ihres Tuches. Erst nach einem Weilchen blickte sie auf, fuhr sich mit der Hand über die Augen und sagte: „Auch dieses Tuch ist von Klamm. Und auch das Häubchen. Das Bild, das Tuch und das Häubchen, das sind die drei Andenken an ihn, die ich habe. Ich bin nicht jung wie Frieda, ich bin nicht so ehrgeizig wie sie, auch nicht so zartfühlend, sie ist sehr zartfühlend, kurz ich weiß mich in das Leben zu schicken, aber das muß ich eingestehen, ohne die drei Dinge hätte ich es hier nicht so lange ausgehalten. Diese drei Andenken scheinen Ihnen vielleicht gering, aber sehen Sie, Frieda, die so lange mit Klamm verkehrt hat, besitzt gar kein Andenken, ich habe sie gefragt, sie ist zu schwärmerisch und auch zu ungenügsam, ich dagegen, die nur dreimal bei Klamm war, später ließ er mich nicht mehr rufen, ich weiß nicht warum - habe doch wie in Vorahnung der Kürze meiner Zeit diese Andenken mitgebracht. Freilich, man muß sich darum kümmern, Klamm selbst gibt nichts, aber wenn man dort etwas Passendes liegen sieht, kann man es sich ausbitten.“ K. fühlte sich unbehaglich gegenüber diesen Geschichten, so sehr sie ihn auch betrafen. „Wie lange ist denn das alles her“, fragte er seufzend.

[¶8] “Over twenty years ago,” replied the landlady, “considerably over twenty years.”

> German: „Über zwanzig Jahre,“ sagte die Wirtin, „weit über zwanzig Jahre."

[¶9] “So one remains faithful to Klamm as long as that,” said K. “But are you aware, madam, that these stories give me grave alarm when I think of my future married life?”

> German: „So lange also hält man Klamm die Treue“, sagte K. „Sind Sie sich aber, Frau Wirtin, dessen bewußt, daß Sie mir mit solchen Geständnissen, wenn ich an meine zukünftige Ehe denke, schwere Sorgen machen?“

[¶10] The landlady seemed to consider this intrusion of his own affairs unseasonable and gave him an angry sidelook.

> German: Die Wirtin fand es ungebührlich, daß sich K. mit seinen Angelegenheiten hier einmischen wollte, und sah ihn erzürnt von der Seite an.

[¶11] “Don’t be angry, madam,” said K., “I’ve nothing at all to say against Klamm. All the same by force of circumstances I have come in a sense in contact with Klamm; that can’t be gainsaid even by his greatest admirer. Well, then. As a result of that I am forced whenever Klamm is mentioned to think of myself as well, that can’t be altered. Besides, madam,” here K. took hold of her reluctant hand, “reflect how badly our last talk turned out and that this time we want to part in peace.”
“You’re right,” said the landlady bowing her head, “but spare me. I’m not more touchy than other people; on the contrary, everyone has his sensitive spots, and I have only this one.”

> German: „Nicht so böse, Frau Wirtin,“ sagte K., „ich sage ja kein Wort gegen Klamm, aber ich bin doch durch die Macht der Ereignisse in gewisse Beziehungen zu Klamm getreten; das kann der größte Verehrer Klamms nicht leugnen. Nun also. Infolgedessen muß ich bei Klamms Erwähnung immer auch an mich denken, das ist nicht zu ändern. Übrigens, Frau Wirtin - hier faßte K. ihre zögernde Hand - denken Sie daran, wie schlecht unsere letzte Unterhaltung ausgefallen ist und daß wir diesmal in Frieden auseinandergehen wollen.“ „Sie haben recht,“ sagte die Wirtin und beugte den Kopf, „aber schonen Sie mich. Ich bin nicht empfindlicher als andere, im Gegenteil, jeder hat empfindliche Stellen, ich habe nur diese eine.“

[¶12] “Unfortunately it happens to be mine too,” said K., “but I promise to control myself. Now tell me, madam, how I am to put up with my married life in face of this terrible fidelity, granted that Frieda, too, resembles you in that?”

> German: „Leider ist es gleichzeitig auch die meinige,“ sagte K., „ich aber werde mich gewiß beherrschen; nun aber erklären Sie mir, Frau Wirtin, wie soll ich in der Ehe diese entsetzliche Treue gegenüber Klamm ertragen, vorausgesetzt, daß auch Frieda Ihnen darin ähnlich ist?“

[¶13] “Terrible fidelity!” repeated the landlady with a growl. “Is it a question of fidelity? I’m faithful to my husband—but Klamm? Klamm once chose me as his mistress, can I ever lose that honour? And you ask how you are to put up with Frieda? Oh, Land Surveyor, who are you after all, that you dare to ask such things?”

> German: „Entsetzliche Treue?“ wiederholte die Wirtin grollend. „Ist es denn Treue? Treu bin ich meinem Mann, aber Klamm? Klamm hat mich einmal zu seiner Geliebten gemacht, kann ich diesen Rang jemals verlieren? Und wie Sie es bei Frieda ertragen sollen? Ach, Herr Landvermesser, wer sind Sie denn, der so zu fragen wagt?“

[¶14] “Madame,” said K. warningly.

> German: „Frau Wirtin“, sagte K. warnend.

[¶15] “I know,” said the landlady controlling herself, “but my husband never put such questions. I don’t know which to call the unhappier, myself then or Frieda now. Frieda who saucily left Klamm, or myself whom he stopped asking to come. Yet it is probably Frieda, though she hasn’t even yet guessed the full extent of her unhappiness, it seems. Still, my thoughts were more exclusively occupied by my unhappiness then, all the same, for I had always to be asking myself one question, and in reality haven’t ceased to ask it to this day: Why did this happen? Three times Klamm sent for me, but he never sent a fourth time, no, never a fourth time! What else could I have thought of during those days? What else could I have talked about with my husband, whom I married shortly afterwards? During the day we had no time—we had taken over this inn in a wretched condition and had to struggle to make it respectable—but at night! For years all our nightly talks turned on Klamm and the reason for his changing his mind. And if my husband fell asleep during those talks I woke him and we went on again.”

> German: „Ich weiß,“ sagte die Wirtin sich fügend, „aber mein Mann hat solche Fragen nicht gestellt. Ich weiß nicht, wer unglücklicher zu nennen ist, ich damals oder Frieda jetzt. Frieda, die mutwillig Klamm verließ, oder ich, die er nicht mehr hat rufen lassen. Vielleicht ist es doch Frieda, wenn sie es auch noch nicht in seinem vollen Umfang zu wissen scheint. Aber meine Gedanken beherrschte doch mein Unglück damals ausschließlicher, denn immerfort mußte ich mich fragen und höre im Grunde auch heute noch nicht auf so zu fragen; warum ist das geschehen? Dreimal hat dich Klamm rufen lassen und zum viertenmal nicht mehr und niemals mehr zum viertenmal! Was beschäftigte mich damals mehr? Worüber konnte ich denn sonst mit meinem Mann sprechen, den ich damals kurz nachher heiratete? Bei Tag hatten wir keine Zeit, wir hatten dieses Wirtshaus in einem elenden Zustand übernommen und mußten es in die Höhe zu bringen suchen, aber in der Nacht? Jahrelang drehten sich unsere nächtlichen Gespräche nur um Klamm und die Gründe seiner Sinnesänderung. Und wenn mein Mann bei diesen Unterhaltungen einschlief, weckte ich ihn und wir sprachen weiter.“

[¶16] “Now,” said K., “if you’ll permit me, I’m going to ask a very rude question.”

> German: „Nun werde ich,“ sagte K., „wenn Sie erlauben, eine sehr grobe Frage stellen.“

[¶17] The landlady remained silent.

> German: Die Wirtin schwieg.

[¶18] “Then I mustn’t ask it,” said K. “Well, that serves my purpose as well.”
“Yes,” replied the landlady, “that serves your purpose as well, and just that serves it best. You misconstrue everything, even a person’s silence. You can’t do anything else. I allow you to ask your question.”

> German: „Ich darf also nicht fragen,“ sagte K., „auch das genügt mir.“ „Freilich,“ sagte die Wirtin, „auch das genügt Ihnen und das besonders. Sie mißdeuten alles, auch das Schweigen. Sie können eben nicht anders. Ich erlaube Ihnen zu fragen.“

[¶19] “If I misconstrue everything, perhaps I misconstrue my question as well, perhaps it’s not so rude after all. I only want to know how you came to meet your husband and how this inn came into your hands.”

> German: „Wenn ich alles mißdeute,“ sagte K., „mißdeute ich vielleicht auch meine Frage, vielleicht ist sie gar nicht so grob. Ich wollte nur wissen, wie Sie Ihren Mann kennengelernt haben und wie dieses Wirtshaus in Ihren Besitz gekommen ist?“

[¶20] The landlady wrinkled her forehead, but said indifferently: “That’s a very simple story. My father was the blacksmith, and Hans, my husband, who was a groom at a big farmer’s place, came often to see him. That was just after my last meeting with Klamm. I was very unhappy and really had no right to be so, for everything had gone as it should, and that I wasn’t allowed any longer to see Klamm was Klamm’s own decision. It was as it should be then, only the grounds for it were obscure. I was entitled to enquire into them, but I had no right to be unhappy; still I was, all the same, couldn’t work, and sat in our front garden all day. There Hans saw me, often sat down beside me. I didn’t complain to him, but he knew how things were, and as he is a good young man, he wept with me. The wife of the landlord at that time had died and he had consequently to give up business—besides he was already an old man. Well, once as he passed our garden and saw us sitting there, he stopped, and without more ado offered us the inn to rent, didn’t ask for any money in advance, for he trusted us, and set the rent at a very low figure. I didn’t want to be a burden on my father, nothing else mattered to me, and so thinking of the inn and of my new work that might perhaps help me to forget a little, I gave Hans my hand. That’s the whole story.”

> German: Die Wirtin runzelte die Stirn, sagte aber gleichmütig: „Das ist eine sehr einfache Geschichte. Mein Vater war Schmied und Hans, mein jetziger Mann, der Pferdeknecht bei einem Großbauern war, kam öfters zu meinem Vater. Es war damals nach der letzten Zusammenkunft mit Klamm. Ich war sehr unglücklich und hätte es eigentlich nicht sein dürfen, denn alles war ja korrekt vor sich gegangen, und daß ich nicht mehr zu Klamm durfte, war eben Klamms Entscheidung. War also korrekt, nur die Gründe waren dunkel, in denen durfte ich forschen, aber unglücklich hätte ich nicht sein dürfen, nun ich war es doch und konnte nicht arbeiten und saß in unserem Vorgärtchen den ganzen Tag. Dort sah mich Hans, setzte sich manchmal zu mir, ich klagte ihm nicht, aber er wußte, um was es ging, und weil er ein guter Junge ist, kam es vor, daß er mit mir weinte. Und als der damalige Gastwirt, dem die Frau gestorben war und der deshalb das Gewerbe aufgeben mußte, auch war er schon ein alter Mann, einmal an unserem Gärtchen vorüberkam, und uns dort sitzen sah, blieb er stehen und bot uns kurzer Hand das Wirtshaus zur Pacht an, wollte, weil er Vertrauen zu uns hatte, kein Geld im voraus und setzte die Pacht sehr billig an. Dem Vater wollte ich nicht zur Last fallen, alles andere war mir gleichgültig, und so reichte ich in Gedanken an das Wirtshaus und an die neue, vielleicht ein wenig Vergessen bringende Arbeit Hans die Hand. Das ist die Geschichte.“

[¶21] There was silence for a little, then K. said: “The behaviour of the landlord was generous, but rash, or had he particular grounds for trusting you both?”

> German: Es war ein Weilchen still, dann sagte K.: „Die Handlungsweise des Gastwirts war schön, aber unvorsichtig, oder hatte er besondere Gründe für sein Vertrauen zu Ihnen beiden?“

[¶22] “He knew Hans well,” said the landlady; “he was Hans’ uncle.”

> German: „Er kannte Hans gut,“ sagte die Wirtin, „er war Hansens Onkel.“

[¶23] “Well then,” said K., “Hans’ family must have been very anxious to be connected with you?”
“It may be so,” said the landlady, “I don’t know. I’ve never bothered about it.”

> German: „Dann freilich,“ sagte K., „Hansens Familie war also offenbar viel an der Verbindung mit Ihnen gelegen?“ „Vielleicht,“ sagte die Wirtin, „ich weiß es nicht, ich kümmerte mich nie darum.“

[¶24] “But it must have been so all the same,” said K., “seeing that the family was ready to make such a sacrifice and to give the inn into your hands absolutely without security.”

> German: „Es muß aber doch so gewesen sein,“ sagte K., „wenn die Familie bereit war, solche Opfer zu bringen und das Wirtshaus einfach ohne Sicherung in Ihre Hände zu geben.“

[¶25] “It wasn’t imprudent, as was proved later,” said the landlady. “I threw myself into the work, I was strong, I was the blacksmith’s daughter, I didn’t need maid or servant. I was everywhere, in the taproom, in the kitchen, in the stables, in the yard. I cooked so well that I even enticed some of the Herrenhof’s customers away. You’ve never been in the inn yet at lunchtime, you don’t know our day customers; at that time there were more of them, many of them have stopped coming since. And the consequence was that we were able not merely to pay the rent regularly, but that after a few years we bought the whole place and today it’s practically free of debt. The further consequence, I admit, was that I ruined my health, got heart’s disease, and am now an old woman. Probably you think that I’m much older than Hans, but the fact is that he’s only two or three years younger than me and will never grow any older either, for at his work—smoking his pipe, listening to the customers, knocking out his pipe again and fetching an occasional pot of beer—at that sort of work one doesn’t grow old.”

> German: „Es war nicht unvorsichtig, wie sich später gezeigt hat“, sagte die Wirtin. „Ich warf mich in die Arbeit, stark war ich, des Schmiedes Tochter, ich brauchte nicht Magd nicht Knecht, ich war überall, in der Wirtsstube, in der Küche, im Stall, im Hof, ich kochte so gut, daß ich sogar dem Herrenhof Gäste abjagte. Sie waren Mittag noch nicht in der Wirtsstube, Sie kennen nicht unsere Mittagsgäste, damals waren noch mehr, seither haben sich schon viele verlaufen. Und das Ergebnis war, daß wir nicht nur den Pachtzins richtig zahlen konnten, sondern nach einigen Jahren das Ganze kauften und es heute fast schuldenfrei ist. Das weitere Ergebnis freilich war, daß ich mich dabei zerstörte, herzkrank wurde und nun eine alte Frau geworden bin. Sie glauben vielleicht, daß ich viel älter als Hans bin, aber in Wirklichkeit ist er nur zwei oder drei Jahre jünger und wird allerdings niemals altern, denn bei seiner Arbeit - Pfeifenrauchen, den Gästen zuhören, dann die Pfeife ausklopfen und manchmal ein Bier holen - bei dieser Arbeit altert man nicht.“

[¶26] “What you’ve done has been splendid,” said K. “I don’t doubt that for a moment, but we were speaking of the time before your marriage, and it must have been an extraordinary thing at that stage for Hans’ family to press on the marriage—at a money sacrifice, or at least at such a great risk as the handing over of the inn must have been—and without trusting in anything but your powers of work, which besides nobody knew of then, and Hans’ powers of work, which everybody must have known beforehand were nil.”

> German: „Ihre Leistungen sind bewundernswert,“ sagte K., „daran ist kein Zweifel, aber wir sprachen von den Zeiten vor Ihrer Heirat und damals wäre es doch merkwürdig gewesen, wenn Hansens Familie unter Geldopfern oder zumindest mit Übernahme eines so großen Risikos, wie es die Hingabe des Wirtshauses war, zur Heirat gedrängt und hiebei keine andere Hoffnung gehabt hätte als Ihre Arbeitskraft, die man ja noch gar nicht kannte, und Hansens Arbeitskraft, deren Nichtvorhandensein man doch schon erfahren haben mußte.“

[¶27] “Oh, well,” said the landlady wearily, “I know what you’re getting at and how wide you are of the mark. Klamm had absolutely nothing to do with the matter. Why should he have concerned himself about me, or better, how could he in any case have concerned himself about me? He knew nothing about me by that time. The fact that he had ceased to summon me was a sign that he had forgotten me. When he stops summoning people, he forgets them completely. I didn’t want to talk of this before Frieda. And it’s not mere forgetting, it’s something more than that. For anybody one has forgotten can come back to one’s memory again, of course. With Klamm that’s impossible. Anybody that he stops summoning he has forgotten completely, not only as far as the past is concerned, but literally for the future as well. If I try very hard I can of course think myself into your ideas, valid, perhaps, in the very different land you come from. But it’s next thing to madness to imagine that Klamm could have given me Hans as a husband simply that I might have no great difficulty in going to him if he should summon me sometime again. Where is the man who could hinder me from running to Klamm if Klamm lifted his little finger? Madness, absolute madness, one begins to feel confused oneself when one plays with such mad ideas.”

> German: „Nun ja,“ sagte die Wirtin müde, „ich weiß ja, worauf Sie zielen und wie fehl Sie dabei gehen. Von Klamm war in allen diesen Dingen keine Spur. Warum hätte er für mich sorgen sollen oder richtiger: wie hätte er überhaupt für mich sorgen können? Er wußte ja nichts mehr von mir. Daß er mich nicht mehr hatte rufen lassen, war ein Zeichen, daß er mich vergessen hatte. Wenn er nicht mehr rufen läßt, vergißt er völlig. Ich wollte davon vor Frieda nicht reden. Es ist aber nicht nur Vergessen, es ist mehr als das. Denn welchen man vergessen hat, kann man ja wieder kennenlernen. Bei Klamm ist das nicht möglich. Wen er nicht mehr rufen läßt, den hat er nicht nur für die Vergangenheit völlig vergessen, sondern förmlich auch für alle Zukunft. Wenn ich mir viel Mühe gebe, kann ich mich ja hineindenken in Ihre Gedanken, in Ihre sinnlosen, in der Fremde, aus der Sie kommen, vielleicht gültigen Gedanken. Möglicherweise versteigen Sie sich bis zu der Tollheit, zu glauben, Klamm hätte mir gerade deshalb einen Hans zum Manne gegeben, damit ich nicht viel Hindernis habe, zu ihm zu kommen, wenn er mich in Zukunft einmal riefe. Wo wäre der Mann, der mich hindern könnte, zu Klamm zu laufen, wenn mir Klamm ein Zeichen gibt? Unsinn, völliger Unsinn, man verwirrt sich selbst, wenn man mit solchem Unsinn spielt.“

[¶28] “No,” said K., “I’ve no intention of getting confused; my thoughts hadn’t gone so far as you imagined, though, to tell the truth, they were on that road. For the moment the only thing that surprises me is that Hans’ relations expected so much from his marriage and that these expectations were actually fulfilled, at the sacrifice of your sound heart and your health, it is true. The idea that these facts were connected with Klamm occurred to me I admit, but not with the bluntness, or not till now with the bluntness that you give it—apparently with no object but to have a dig at me, because that gives you pleasure. Well, make the most of your pleasure! My idea, however, was this: first of all Klamm was obviously the occasion of your marriage. If it hadn’t been for Klamm you wouldn’t have been unhappy and wouldn’t have been sitting doing nothing in the garden, if it hadn’t been for Klamm Hans wouldn’t have seen you sitting there, if it hadn’t been that you were unhappy a shy man like Hans would never have ventured to speak, if it hadn’t been for Klamm Hans would never have found you in tears, if it hadn’t been for Klamm the good old uncle would never have seen you sitting there together peacefully, if it hadn’t been for Klamm you wouldn’t have been indifferent to what life still offered you, and therefore would never have married Hans. Now in all this there’s enough of Klamm already, it seems to me. But that’s not all. If you hadn’t been trying to forget, you certainly wouldn’t have overtaxed your strength so much and done so splendidly with the inn. So Klamm was there too. But apart from that Klamm is also the root cause of your illness, for before your marriage your heart was already worn out with your hopeless passion for him. The only question that remains now is, what made Hans’ relatives so eager for the marriage? You yourself said just now that to be Klamm’s mistress is a distinction that can’t be lost, so it may have been that that attracted them. But besides that, I imagine, they had the hope that the lucky star that led you to Klamm—assuming that it was a lucky star, but you maintain that it was—was your star and so would remain constant to you and not leave you quite so quickly and suddenly as Klamm did.”

> German: „Nein,“ sagte K., „verwirren wollen wir uns nicht, ich war mit meinen Gedanken noch lange nicht so weit, wie Sie annehmen, wenn auch, um die Wahrheit zu sagen, auf dem Wege dorthin. Vorläufig wunderte mich aber nur, daß die Verwandtschaft soviel von der Heirat erhoffte und daß diese Hoffnungen sich tatsächlich auch erfüllten, allerdings durch den Einsatz Ihres Herzens, Ihrer Gesundheit. Der Gedanke an einen Zusammenhang dieser Tatsachen mit Klamm drängte sich mir dabei allerdings auf, aber nicht oder noch nicht in der Grobheit, mit der Sie es darstellten, offenbar nur zu dem Zweck, um mich wieder einmal anfahren zu können, weil Ihnen das Freude macht. Mögen Sie die Freude haben! Mein Gedanke aber war der: Zunächst ist Klamm offenbar die Veranlassung der Heirat. Ohne Klamm wären Sie nicht unglücklich gewesen, nicht untätig im Vorgärtchen gesessen, ohne Klamm hätte Sie Hans dort nicht gesehen, ohne Ihre Traurigkeit hätte der schüchterne Hans Sie nie anzusprechen gewagt, ohne Klamm hätten Sie sich nie mit Hans in Tränen gefunden, ohne Klamm hätte der alte gute Onkel Gastwirt niemals Hans und Sie dort friedlich beisammen gesehen, ohne Klamm wären Sie nicht gleichgültig gegen das Leben gewesen, hätten also Hans nicht geheiratet. Nun, in dem allen ist doch schon genug Klamm, sollte ich meinen. Es geht aber noch weiter. Hätten Sie nicht Vergessen gesucht, hätten Sie gewiß nicht so rücksichtslos gegen sich selbst gearbeitet und die Wirtschaft nicht so hoch gebracht. Also auch hier Klamm. Aber Klamm ist auch noch, abgesehen davon, die Ursache Ihrer Krankheit, denn Ihr Herz war schon vor Ihrer Heirat von der unglücklichen Leidenschaft erschöpft. Bleibt nur noch die Frage, was Hansens Verwandte so sehr an der Heirat lockte. Sie selbst erwähnten einmal, daß, Klamms Geliebte zu sein, eine unverlierbare Rangerhöhung bedeutet, nun so mag sie also dies gelockt haben. Außerdem aber, glaube ich, die Hoffnung, daß der gute Stern, der Sie zu Klamm geführt hat - vorausgesetzt, daß es ein guter Stern war, aber Sie behaupten es - zu Ihnen gehöre, also bei Ihnen bleiben müsse und Sie nicht etwa so schnell und plötzlich verlassen werde, wie Klamm es getan hat.“

[¶29] “Do you mean all this in earnest?” asked the landlady.

> German: „Meinen Sie dieses alles im Ernst?“ fragte die Wirtin.

[¶30] “Yes, in earnest,” replied K. immediately, “only I consider Hans’ relations were neither entirely right nor entirely wrong in their hopes, and I think, too, I can see the mistake that they made. In appearance, of course, everything seems to have succeeded. Hans is well provided for, he has a handsome wife, is looked up to, and the inn is free of debt. Yet in reality everything has not succeeded, he would certainly have been much happier with a simple girl who gave him her first love, and if he sometimes stands in the inn there as if lost, as you complain, and because he really feels as if he were lost—without being unhappy over it, I grant you, I know that much about him already—it’s just as true that a handsome, intelligent young man like him would be happier with another wife, and by happier I mean more independent, industrious, manly. And you yourself certainly can’t be happy, seeing you say you wouldn’t be able to go on without these three keepsakes, and your heart is bad, too. Then were Hans’ relatives mistaken in their hopes? I don’t think so. The blessing was over you, but they didn’t know how to bring it down.”

> German: „Im Ernst,“ sagte K. schnell, „nur glaube ich, daß Hansens Verwandtschaft mit ihren Hoffnungen weder ganz recht noch ganz unrecht hatte und ich glaube auch den Fehler zu erkennen, den Sie gemacht haben. Äußerlich scheint ja alles gelungen, Hans ist gut versorgt, hat eine stattliche Frau, steht in Ehren, die Wirtschaft ist schuldenfrei. Aber eigentlich ist doch nicht alles gelungen, er wäre mit einem einfachen Mädchen, dessen erste große Liebe er gewesen wäre, gewiß viel glücklicher geworden; wenn er, wie Sie es ihm vorwerfen, manchmal in der Wirtsstube wie verloren dasteht, so deshalb, weil er sich wirklich wie verloren fühlt - ohne darüber unglücklich zu sein, gewiß, soweit kenne ich ihn schon - aber ebenso gewiß ist, daß dieser hübsche verständige Junge mit einer anderen Frau glücklicher, womit ich gleichzeitig meine: selbständiger, fleißiger, männlicher geworden wäre. Und Sie selbst sind doch gewiß nicht glücklich und, wie Sie sagten, ohne die drei Andenken wollten Sie gar nicht weiterleben und herzkrank sind Sie auch. Also hatte die Verwandtschaft mit ihren Hoffnungen unrecht? Ich glaube nicht. Der Segen war über Ihnen, aber man verstand nicht, ihn herunterzuholen.“

[¶31] “Then what did they miss doing?” asked the landlady. She was lying outstretched on her back now gazing up at the ceiling.

> German: „Was hat man denn versäumt?“ fragte die Wirtin. Sie lag nun ausgestreckt auf dem Rücken und blickte zur Decke empor.

[¶32] “To ask Klamm,” said K.

> German: „Klamm zu fragen“, sagte K.

[¶33] “So we’re back at your case again,” said the landlady.

> German: „So wären wir also wieder bei Ihnen“, sagte die Wirtin.

[¶34] “Or at yours,” said K. “Our affairs run parallel.”

> German: „Oder bei Ihnen,“ sagte K., „unsere Angelegenheiten grenzen aneinander.“

[¶35] “What do you want from Klamm?” asked the landlady. She had sat up, had shaken out the pillows so as to lean her back against them, and looked K. full in the eyes. “I’ve told you frankly about my experiences, from which you should have been able to learn something. Tell me now as frankly what you want to ask Klamm. I’ve had great trouble in persuading Frieda to go up to her room and stay there, I was afraid you wouldn’t talk freely enough in her presence.”

> German: „Was wollen Sie von Klamm?“ fragte die Wirtin. Sie hatte sich aufrecht gesetzt, die Kissen aufgeschüttelt, um sitzend sich anlehnen zu können und sah K. voll in die Augen. „Ich habe Ihnen meinen Fall, aus dem Sie einiges hätten lernen können, offen erzählt. Sagen Sie mir nun ebenso offen, was Sie Klamm fragen wollen. Nur mit Mühe habe ich Frieda überredet, in ihr Zimmer hinaufzugehen und dort zu bleiben, ich fürchtete, Sie würden in ihrer Anwesenheit nicht genug offen sprechen.“

[¶36] “I have nothing to hide,” said K. “But first of all I want to draw your attention to something. Klamm forgets immediately, you say. Now in the first place that seems very improbable to me, and secondly it is indemonstrable, obviously nothing more than legend, thought out moreover by the flapperish minds of those who have been in Klamm’s favour. I’m surprised that you believe in such a banal invention.”
“It’s no legend,” said the landlady, “it’s much rather the result of general experience.”

> German: „Ich habe nichts zu verbergen“, sagte K. „Zunächst aber will ich Sie auf etwas aufmerksam machen. Klamm vergißt gleich, sagten Sie. Das kommt mir nun erstens sehr unwahrscheinlich vor, zweitens aber ist es unbeweisbar, offenbar nichts anderes als eine Legende, ausgedacht vom Mädchenverstand derjenigen, welche bei Klamm gerade in Gnade waren. Ich wundere mich, daß Sie einer so platten Erfindung glauben.“ „Es ist keine Legende,“ sagte die Wirtin, „es ist vielmehr der allgemeinen Erfahrung entnommen.“

[¶37] “I see, a thing then to be refuted by further experience,” said K. “Besides there’s another distinction still between your case and Frieda’s. In Frieda’s case it didn’t happen that Klamm never summoned her again, on the contrary he summoned her but she didn’t obey. It’s even possible that he’s still waiting for her.”

> German: „Also auch durch neue Erfahrung zu widerlegen“, sagte K. „Dann gibt es aber auch noch einen Unterschied zwischen Ihrem und Friedas Fall. Daß Klamm Frieda nicht mehr gerufen hätte, ist gewissermaßen gar nicht vorgekommen, vielmehr hat er sie gerufen, aber sie hat nicht gefolgt. Es ist sogar möglich, daß er noch immer auf sie wartet.“

[¶38] The landlady remained silent, and only looked K. up and down with a considering stare. At last she said: “I’ll try to listen quietly to what you have to say. Speak frankly and don’t spare my feelings. I’ve only one request. Don’t use Klamm’s name. Call him ‘him’ or something, but don’t mention him by name.”

> German: Die Wirtin schwieg, und ließ nur ihren Blick beobachtend an K. auf und ab gehen. Dann sagte sie: „Ich will allem, was Sie zu sagen haben, ruhig zuhören. Reden Sie lieber offen, als daß Sie mich schonen. Nur eine Bitte habe ich. Gebrauchen Sie nicht Klamms Namen. Nennen Sie ihn ,er’ oder sonstwie, aber nicht beim Namen.“

[¶39] “Willingly,” replied K., “but what I want from him is difficult to express. Firstly, I want to see him at close quarters; then I want to hear his voice; then I want to get from him what his attitude is to our marriage. What I shall ask from him after that depends on the outcome of our interview. Lots of things may come up in the course of talking, but still the most important thing for me is to be confronted with him. You see I haven’t yet spoken with a real official. That seems to be more difficult to manage than I had thought. But now I’m put under the obligation of speaking to him as a private person, and that, in my opinion, is much easier to bring about. As an official I can only speak to him in his bureau in the Castle, which may be inaccessible, or—and that’s questionable, too—in the Herrenhof. But as a private person I can speak to him anywhere, in a house, in the street, wherever I happen to meet him. If I should find the official in front of me, then I would be glad to accost him as well, but that’s not my primary object.”

> German: „Gern,“ sagte K, „aber was ich von ihm will, ist schwer zu sagen. Zunächst will ich ihn in der Nähe sehen, dann will ich seine Stimme hören, dann will ich von ihm wissen, wie er sich zu unserer Heirat verhält. Um was ich ihn dann vielleicht noch bitten werde, hängt vom Verlauf der Unterredung ab. Es kann manches zur Sprache kommen, aber das Wichtigste ist doch für mich, daß ich ihm gegenüberstehe. Ich habe nämlich noch mit keinem wirklichen Beamten unmittelbar gesprochen. Es scheint das schwerer zu erreichen zu sein, als ich glaubte. Nun aber habe ich die Pflicht, mit ihm als einem Privatmann zu sprechen, und dieses ist meiner Meinung nach viel leichter durchzusetzen. Als Beamten kann ich ihn nur in seinem vielleicht unzugänglichem Bureau sprechen, im Schloß oder, was schon fraglich ist, im Herrenhof. Als Privatmann aber überall im Haus, auf der Straße, wo es mir nur gelingt, ihm zu begegnen. Daß ich dann nebenbei auch den Beamten mir gegenüber haben werde, werde ich gern hinnehmen, aber es ist nicht mein erstes Ziel."

[¶40] “Right,” said the landlady pressing her face into the pillows as if she were uttering something shameful, “if by using my influence I can manage to get your request for an interview passed on to Klamm, promise me to do nothing on your own account until the reply comes back.”

> German: „Gut," sagte die Wirtin und drückte ihr Gesicht in die Kissen, als sage sie etwas Schamloses, „wenn ich durch meine Verbindungen es erreiche, daß Ihre Bitte um eine Unterredung zu Klamm geleitet wird, versprechen Sie mir, bis zum Herabkommen der Antwort nichts auf eigene Faust zu unternehmen."

[¶41] “I can’t promise that,” said K., “glad as I would be to fulfil your wishes or your whims. The matter is urgent, you see, especially after the unfortunate outcome of my talk with the Superintendent.”

> German: „Das kann ich nicht versprechen," sagte K., „so gerne ich Ihre Bitte oder Ihre Laune erfüllen wollte. Die Sache drängt nämlich, besonders nach dem ungünstigen Ergebnis meiner Besprechung mit dem Vorsteher.“

[¶42] “That excuse falls to the ground,” said the landlady, “the Superintendent is a person of no importance. Haven’t you found that out? He couldn’t remain another day in his post if it weren’t for his wife, who runs everything.”

> German: „Dieser Einwand entfällt,“ sagte die Wirtin, „der Vorsteher ist eine ganz belanglose Person. Haben Sie denn das nicht bemerkt? Er könnte keinen Tag in seiner Stellung bleiben, wenn nicht seine Frau wäre, die alles führt.“

[¶43] “Mizzi!” asked K. The landlady nodded. “She was present,” said K. “Did she express her opinion?” asked the landlady.

> German: „Mizzi?“ fragte K. Die Wirtin nickte. „Sie war dabei“, sagte K. „Hat sie sich geäußert?“ fragte die Wirtin.

[¶44] “No,” replied K., “but I didn’t get the impression that she could.”

> German: „Nein,“ sagte K., „ich hatte aber auch nicht den Eindruck, daß sie das könnte.“

[¶45] “There,” said the landlady, “you see how distorted your view of everything here is. In any case: the Superintendent’s arrangements for you are of no importance, and I’ll talk to his wife when I have time. And if I promise now in addition that Klamm’s answer will come in a week at latest, you can’t surely have any further grounds for not obliging me.”

> German: „Nun ja,“ sagte die Wirtin, „so irrig sehen sie alles hier an. Jedenfalls: was der Vorsteher über Sie verfügt hat, hat keine Bedeutung und mit der Frau werde ich gelegentlich reden. Und wenn ich Ihnen nun noch verspreche, daß die Antwort Klamms spätestens in einer Woche kommen wird, haben Sie wohl keinen Grund mehr, mir nicht nachzugeben.“

[¶46] “All that is not enough to influence me,” said K. “My decision is made, and I would try to carry it out even if an unfavourable answer were to come. And seeing that this is my fixed intention, I can’t very well ask for an interview beforehand. A thing that would remain a daring attempt, but still an attempt in good faith so long as I didn’t ask for an interview, would turn into an open transgression of the law after receiving an unfavourable answer. That frankly would be far worse.”

> German: „Das alles ist nicht entscheidend,“ sagte K., „mein Entschluß steht fest und ich würde ihn auch auszuführen versuchen, wenn eine ablehnende Antwort käme. Wenn ich aber diese Absicht von vornherein habe, kann ich doch nicht vorher um die Unterredung bitten lassen. Was ohne die Bitte vielleicht ein kühner, aber doch gutgläubiger Versuch bleibt, wäre nach einer ablehnenden Antwort offene Widersetzlichkeit. Das wäre freilich viel schlimmer.“

[¶47] “Worse?” said the landlady. “It’s a transgression of the law in any case. And now you can do what you like. Reach me over my skirt.”

> German: „Schlimmer?“ sagte die Wirtin. „Widersetzlichkeit ist es auf jeden Fall. Und nun tun Sie nach Ihrem Willen. Reichen Sie mir den Rock.“

[¶48] Without paying any regard to K.’s presence she pulled on her skirt and hurried into the kitchen. For a long time already K. had been hearing noises in the dining-room. There was a tapping on the kitchen hatch. The assistants had unfastened it and were shouting that they were hungry. Then other faces appeared at it. One could even hear a subdued song being chanted by several voices.

> German: Ohne Rücksicht auf K. zog sie den Rock an und eilte in die Küche. Schon seit längerer Zeit hörte man Unruhe von der Wirtsstube her. An das Guckfenster war geklopft worden. Die Gehilfen hatten es aufgestoßen und hereingerufen, daß sie Hunger hätten. Auch andere Gesichter waren dann dort erschienen. Sogar einen leisen, aber mehrstimmigen Gesang hörte man.

[¶49] Undeniably K.’s conversation with the landlady had greatly delayed the cooking of the midday meal, it was not ready yet and the customers had assembled. Nevertheless nobody had dared to set foot in the kitchen after the landlady’s order. But now when the observers at the hatch reported that the landlady was coming, the maids immediately ran back to the kitchen, and as K. entered the dining-room a surprisingly large company, more than twenty, men and women—all attired in provincial but not rustic clothes—streamed back from the hatch to the tables to make sure of their seats. Only at one little table in the corner were a married couple seated already with a few children. The man, a kindly, blue-eyed person with disordered grey hair and beard, stood bent over the children and with a knife beat time to their singing, which he perpetually strove to soften. Perhaps he was trying to make them forget their hunger by singing. The landlady threw a few indifferent words of apology to her customers, nobody complained of her conduct. She looked round for the landlord, who had fled from the difficulty of the situation, however, long ago. Then she went slowly into the kitchen; she did not take any more notice of K., who hurried to Frieda in her room.

> German: Freilich, K.s Gespräch mit der Wirtin hatte das Kochen des Mittagessens sehr verzögert, es war noch nicht fertig, aber die Gäste waren versammelt. Immerhin hatte niemand gewagt, gegen das Verbot der Wirtin die Küche zu betreten. Nun aber, da die Beobachter am Guckfenster meldeten, die Wirtin komme schon, liefen die Mägde gleich in die Küche, und als K. die Wirtsstube betrat, strömte die erstaunlich zahlreiche Gesellschaft, mehr als zwanzig Leute, Männer und Frauen, provinzmäßig, aber nicht bäuerisch angezogen, vom Guckfenster, wo sie versammelt gewesen waren, zu den Tischen, um sich Plätze zu sichern. Nur an einem kleinen Tisch in einem Winkel saß schon ein Ehepaar mit einigen Kindern, der Mann, ein freundlicher blauäugiger Herr mit zerrauftem grauen Haar und Bart stand zu den Kindern hinabgebeugt und gab mit einem Messer den Takt zu ihrem Gesang, den er immerfort zu dämpfen bemüht war. Vielleicht wollte er sie durch den Gesang den Hunger vergessen machen. Die Wirtin entschuldigte sich vor der Gesellschaft mit einigen gleichgültig hingesprochenen Worten, niemand machte ihr Vorwürfe. Sie sah sich nach dem Wirt um, der sich aber vor der Schwierigkeit der Lage wohl schon längst geflüchtet hatte. Dann ging sie langsam in die Küche; für K., der zu Frieda in sein Zimmer eilte, hatte sie keinen Blick mehr.
