SCRIPTURA

Sigmund Freud · Totem and Taboo · 14 of 16

IV · The Infantile Recurrence of Totemism · 4 of 6

Translated by A. A. Brill

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Arpád himself saw to it that the meaning of his curious activity could not remain hidden. At times he translated his wishes from the totemic method, of expression back into that of everyday life. “Now I am small, now I am a chicken. When I get bigger I shall be a fowl. When I am bigger still, I shall be a cock.” On another occasion he suddenly expressed the wish to eat a “potted mother” (by analogy, potted fowl). He was very free with open threats of castration against others, just as he himself had received them on account of onanistic preoccupation with his penis.

Der kleine Arpád sorgte selbst dafür, daß der Sinn seines sonderbaren Treibens nicht verborgen bleiben konnte. Er übersetzte gelegentlich seine Wünsche aus der totemistischen Ausdrucksweise zurück in die des Alltagslebens. »Mein Vater ist der Hahn,« sagte er einmal. »Jetzt bin ich klein, jetzt bin ich ein Küchlein. Wenn ich größer werde, bin ich ein Huhn. Wenn ich noch größer werde, bin ich ein Hahn.« Ein andermal wünscht er sich plötzlich eine »eingemachte Mutter« zu essen (nach der Analogie des eingemachten Huhns). Er war sehr freigebig mit deutlichen Kastrationsandrohungen gegen andere, wie er sie wegen onanistischer Beschäftigung mit seinem Gliede selbst erfahren hatte.

According to Ferenczi there was no doubt as to the source of his interest in the activities of the chicken yard: “The continual sexual activity between cock and hen, the laying of eggs and the creeping out of the young brood” satisfied his sexual curiosity which really was directed towards human family life. His object wishes have been formed on the model of chicken life when we find him saying to a woman neighbour: “I am going to marry you and your sister and my three cousins and the cook; no, instead of the cook I’ll marry my mother.”

Über die Quelle seines Interesses für das Treiben im Hühnerhof blieb nach Ferenczi kein Zweifel: »Der rege Sexualverkehr zwischen Hahn und Henne, das Eierlegen und das Herauskriechen der jungen Brut« befriedigten seine sexuelle Wißbegierde, die eigentlich dem menschlichen Familienleben galt. Nach dem Vorbild des Hühnerlebens hatte er seine Objektwünsche geformt, wenn er einmal der Nachbarin sagte: »Ich werde Sie heiraten und Ihre Schwester und meine drei Cousinen und die Köchin, nein, statt der Köchin lieber die Mutter.«

We shall be able to complete our consideration of these observations later; at present we will only point out two traits that show a valuable correspondence with totemism: the complete identification with the totem animal, and the ambivalent affective attitude towards it. In view of these observations we consider ourselves justified in substituting the father for the totem animal in the male’s formula of totemism. We then notice that in doing so we have taken no new or especially daring step. For primitive men say it themselves and, as far as the totemic system is still in effect to-day, the totem is called ancestor and primal father. We have only taken literally an expression of these races which ethnologists did not know what to do with and were therefore inclined to put it into the background. Psychoanalysis warns us, on the contrary, to emphasize this very point and to connect it with the attempt to explain totemism.

Wir werden an späterer Stelle die Würdigung dieser Beobachtung vervollständigen können; heben wir jetzt nur als wertvolle Übereinstimmungen mit dem Totemismus zwei Züge hervor: Die volle Identifizierung mit dem Totemtier und die ambivalente Gefühlseinstellung gegen dasselbe. Wir halten uns nach diesen Beobachtungen für berechtigt, in die Formel des Totemismus -- für den Mann -- den Vater an Stelle des Totemtieres einzusetzen. Wir merken dann, daß wir damit keinen neuen oder besonders kühnen Schritt getan haben. Die Primitiven sagen es ja selbst und bezeichnen, soweit noch heute das totemistische System in Kraft besteht, den Totem als ihren Ahnherrn und Urvater. Wir haben nur eine Aussage dieser Völker wörtlich genommen, mit welcher die Ethnologen wenig anzufangen wußten, und die sie darum gern in den Hintergrund gerückt haben. Die Psychoanalyse mahnt uns, im Gegenteile gerade diesen Punkt hervorzusuchen und an ihn den Erklärungsversuch des Totemismus zu knüpfen.

The first result of our substitution is very remarkable. If the totem animal is the father, then the two main commandments of totemism, the two taboo rules which constitute its nucleus,--not to kill the totem animal and not to use a woman belonging to the same totem for sexual purposes,--agree in content with the two crimes of Oedipus, who slew his father and took his mother to wife, and also with the child’s two primal wishes whose insufficient repression or whose re-awakening forms the nucleus of perhaps all neuroses. If this similarity is more than a deceptive play of accident it would perforce make it possible for us to shed light upon the origin of totemism in prehistoric times. In other words, we should succeed in making it probable that the totemic system resulted from the conditions underlying the Oedipus complex, just as the animal phobia of ‘little John’ and the poultry perversion of ‘little Arpád’ resulted from it. In order to trace this possibility we shall in what follows study a peculiarity of the totemic system or, as we may say, of the totemic religion, which until now could hardly be brought into the discussion.

Das erste Ergebnis unserer Ersetzung ist sehr merkwürdig. Wenn das Totemtier der Vater ist, dann fallen die beiden Hauptgebote des Totemismus, die beiden Tabuvorschriften, die seinen Kern ausmachen, den Totem nicht zu töten und kein Weib, das dem Totem angehört, sexuell zu gebrauchen, inhaltlich zusammen mit den beiden Verbrechen des Ödipus, der seinen Vater tötete und seine Mutter zum Weibe nahm, und mit den beiden Urwünschen des Kindes, deren ungenügende Verdrängung oder deren Wiedererweckung den Kern vielleicht aller Psychoneurosen bildet. Sollte diese Gleichung mehr als ein irreleitendes Spiel des Zufalls sein, so müßte sie uns gestatten, ein Licht auf die Entstehung des Totemismus in unvordenklichen Zeiten zu werfen. Mit anderen Worten, es müßte uns gelingen wahrscheinlich zu machen, daß das totemistische System sich aus den Bedingungen des Ödipuskomplexes ergeben hat wie die Tierphobie des »kleinen Hans« und die Geflügelperversion des »kleinen Arpád«. Um dieser Möglichkeit nachzugehen, werden wir im folgenden eine Eigentümlichkeit des totemistischen Systems oder, wie wir sagen können, der Totemreligion studieren, welche bisher kaum Erwähnung finden konnte.

W. Robertson Smith, who died in 1894, was a physicist, philologist, Bible critic, and archæologist, a many-sided as well as keen and free-thinking man, expressed the assumption in his work, The Religion of the Semites, published in 1889, that a peculiar ceremony, the so-called totem feast, had, from the very beginning, formed an integral part of the totemic system. For the support of this supposition he had at his disposal at that time only a single description of such an act from the year 500 <small>A.D.</small>; he knew, however, how to give a high degree of probability to his assumption through his analysis of the nature of sacrifice among the old Semites. As sacrifice assumes a godlike person we are dealing here with an inference from a higher phase of religious rite to its lowest phase in totemism.

Der im Jahre 1894 verstorbene W. Robertson Smith, Physiker, Philologe, Bibelkritiker und Altertumsforscher, ein ebenso vielseitiger wie scharfsichtiger und freidenkender Mann, sprach in seinem 1889 veröffentlichten Werke über die Religion der Semiten die Annahme aus, daß eine eigentümliche Zeremonie, die sogenannte Totemmahlzeit, von allem Anfang an einen integrierenden Bestandteil des totemistischen Systems gebildet habe. Zur Stütze dieser Vermutung stand ihm damals nur eine einzige, aus dem V. Jahrhundert n. Chr. überlieferte Beschreibung eines solchen Aktes zu Gebote, aber er verstand es, die Annahme durch die Analyse des Opferwesens bei den alten Semiten zu einem hohen Grad von Wahrscheinlichkeit zu erheben. Da das Opfer eine göttliche Person voraussetzt, handelt es sich hiebei um den Rückschluß von einer höheren Phase des religiösen Ritus auf die niedrigste des Totemismus.

I shall now cite from Robertson Smith’s excellent book those statements about the origin and meaning of the sacrificial right which are of great interest to us; I shall omit the only too numerous tempting details as well as the parts dealing with all later developments. In such an excerpt it is quite impossible to give the reader any sense of the lucidity or of the argumentative force of the original.

Ich will nun versuchen, aus dem ausgezeichneten Buch von Robertson Smith die für unser Interesse entscheidenden Sätze über Ursprung und Bedeutung des Opferritus herauszuheben unter Weglassung aller oft so reizvollen Details und mit konsequenter Hintansetzung aller späteren Entwicklungen. Es ist ganz ausgeschlossen, in einem solchen Auszug dem Leser etwas von der Luzidität oder von der Beweiskraft der Darstellung im Original zu übermitteln.

Robertson Smith shows that sacrifice at the altar was the essential part of the rite of old religions. It plays the same rôle in all religions, so that its origin must be traced back to very general causes whose effects were everywhere the same.

Robertson Smith führt aus, daß das Opfer am Altar das wesentliche Stück im Ritus der alten Religion gewesen ist. Es spielt in allen Religionen die nämliche Rolle, so daß man seine Entstehung auf sehr allgemeine und überall gleichartig wirkende Ursachen zurückführen muß.

But the sacrifice--the holy action κατεξογη (sacrificium ἱερουργἱα)--originally meant something different from what later times understood by it: the offering to the deity in order to reconcile him or to incline him to be favourable. The profane use of the word was afterwards derived from the secondary sense of self-denial. As is demonstrated the first sacrifice was nothing else than “an act of social fellowship between the deity and his worshipper”.

Das Opfer -- die heilige Handlung kat' exochên (sacrificium, hierourgia) -- bedeutete aber ursprünglich etwas anderes, als was spätere Zeiten darunter verstanden: die Darbringung an die Gottheit, um sie zu versöhnen oder sich geneigt zu machen. (Von dem Nebensinn der Selbstentäußerung ging dann die profane Verwendung des Wortes aus.) Das Opfer war nachweisbar zuerst nichts anderes als »an act of social fellowship between the deity and his worshippers«, ein Akt der Geselligkeit, eine Kommunion der Gläubigen mit ihrem Gotte.

Things to eat and drink were brought as sacrifice; man offered to his god the same things as those on which he himself lived, flesh, cereals, fruits, wine and oil. Only in regard to sacrificial flesh did there exist restrictions and exceptions. The god partakes of the animal sacrifices with his worshippers while the vegetable sacrifices are left to him alone. There is no doubt that animal sacrifices are older and at one time were the only forms of sacrifice. The vegetable sacrifices resulted from the offering of the first-fruits and correspond to a tribute to the lord of the soil and the land. But animal sacrifice is older than agriculture.

Als Opfer wurden dargebracht eßbare und trinkbare Dinge; dasselbe, wovon der Mensch sich nährte, Fleisch, Zerealien, Früchte, Wein und Öl, das opferte er auch seinem Gotte. Nur in bezug auf das Opferfleisch bestanden Einschränkungen und Abweichungen. Von den Tieropfern speist der Gott gemeinsam mit seinen Anbetern, die vegetabilischen Opfer sind ihm allein überlassen. Es ist kein Zweifel, daß die Tieropfer die älteren sind und einmal die einzigen waren. Die vegetabilischen Opfer sind aus der Darbringung der Erstlinge aller Früchte hervorgegangen und entsprechen einem Tribut an den Herrn des Bodens und des Landes. Das Tieropfer ist aber älter als der Ackerbau.

Linguistic survivals make it certain that the part of the sacrifice destined for the god was looked upon as his real food. This conception became offensive with the progressive dematerialization of the deity, and was avoided by offering the deity only the liquid part of the meal. Later the use of fire, which made the sacrificial flesh ascend in smoke from the altar, made it possible to prepare human food in such a way that it was more suitable for the deity. The drink sacrifice was originally the blood of the sacrificed animals; wine was used later as a substitute for the blood. Primitive man looked upon wine as the “blood of the grape”, as our poets still call it.

Es ist aus sprachlichen Überresten gewiß, daß der dem Gott bestimmte Anteil des Opfers zuerst als seine wirkliche Nahrung angesehen wurde. Mit der fortschreitenden Dematerialisierung des göttlichen Wesens wurde diese Vorstellung anstößig; man wich ihr aus, indem man allein den flüssigen Anteil der Mahlzeit der Gottheit zuwies. Später gestattete der Gebrauch des Feuers, welcher das Opferfleisch auf dem Altar in Rauch aufgehen ließ, eine Zurichtung der menschlichen Nahrungsmittel, durch welche sie dem göttlichen Wesen angemessener wurden. Die Substanz des Trinkopfers war ursprünglich das Blut der Opfertiere; Wein wurde später der Ersatz des Blutes. Der Wein galt den Alten als das »Blut der Rebe«, wie ihn unsere Dichter jetzt noch heißen.

The oldest form of sacrifice, older than the use of fire and the knowledge of agriculture, was therefore the sacrifice of animals, whose flesh and blood the god and his worshippers ate together. It was essential that both participants should receive their shares of the meal.

Die älteste Form des Opfers, älter als der Gebrauch des Feuers und die Kenntnis des Ackerbaues, war also das Tieropfer, dessen Fleisch und Blut der Gott und seine Anbeter gemeinsam genossen. Es war wesentlich, daß jeder der Teilnehmer seinen Anteil an der Mahlzeit erhalte.

Such a sacrifice was a public ceremony, the celebration of a whole clan. As a matter of fact all religion was a public affair; religious duty was a part of the social obligation. Sacrifice and festival go together among all races; each sacrifice entails a holiday and no holiday can be celebrated without a sacrifice. The sacrificial festival was an occasion for joyously transcending one’s own interests and emphasizing social community and community with god.

Ein solches Opfer war eine öffentliche Zeremonie, das Fest eines ganzen Clan. Die Religion war überhaupt eine allgemeine Angelegenheit, die religiöse Pflicht ein Stück der sozialen Verpflichtung. Opfer und Festlichkeit fallen bei allen Völkern zusammen, jedes Opfer bringt ein Fest mit sich und kein Fest kann ohne Opfer gefeiert werden. Das Opferfest war eine Gelegenheit der freudigen Erhebung über die eigenen Interessen, der Betonung der Zusammengehörigkeit untereinander und mit der Gottheit.

The ethical power of the public sacrificial feast was based upon primal conceptions of the meaning of eating and drinking in common. To eat and drink with some one was at the same time a symbol and a confirmation of social community and of the assumption of mutual obligations; the sacrificial eating gave direct expression to the fact that the god and his worshippers are communicants, thus confirming all their other relations. Customs that to-day still are in force among the Arabs of the desert prove that the binding force resulting from the common meal is not a religious factor but that the subsequent mutual obligations are due to the act of eating itself. Whoever has shared the smallest bite with such a Bedouin, or has taken a swallow of his milk, need not fear him any longer as an enemy, but may be sure of his protection and help. Not indeed, forever, strictly speaking this lasts only while it may be assumed that the food partaken remains in the body. So realistically is the bond of union conceived; it requires repetition to strengthen it and make it endure.

Die ethische Macht der öffentlichen Opfermahlzeit ruhte auf uralten Vorstellungen über die Bedeutung des gemeinsamen Essens und Trinkens. Mit einem anderen zu essen und zu trinken, war gleichzeitig ein Symbol und eine Bekräftigung von sozialer Gemeinschaft und von Übernahme gegenseitiger Verpflichtungen; die Opfermahlzeit brachte zum direkten Ausdruck, daß der Gott und seine Anbeter Commensalen sind, aber damit waren alle ihre anderen Beziehungen gegeben. Gebräuche, die noch heute unter den Arabern der Wüste in Kraft sind, beweisen, daß das Bindende an der gemeinsamen Mahlzeit nicht ein religiöses Moment ist, sondern der Akt des Essens selbst. Wer den kleinsten Bissen mit einem solchen Beduinen geteilt oder einen Schluck von seiner Milch getrunken hat, der braucht ihn nicht mehr als Feind zu fürchten, sondern darf seines Schutzes und seiner Hilfe sicher sein. Allerdings nicht für ewige Zeiten; streng genommen, nur für so lange, als der gemeinsam genossene Stoff der Annahme nach in seinem Körper verbleibt. So realistisch wird das Band der Vereinigung aufgefaßt; es bedarf der Wiederholung, um es zu verstärken und dauerhaft zu machen.

But why is this binding power ascribed to eating and drinking in common? In the most primitive societies there is only one unconditional and never failing bond, that of kinship. The members of a community stand by each other jointly and severally, a kin is a group of persons whose life is so bound into a physical unity that they can be considered as parts of a common life. In case of the murder of one of this kin they therefore do not say: the blood of so and so has been spilt, but our blood has been spilt. The Hebraic phrase by which the tribal relation is acknowledged is: “Thou art my bone and my flesh”. Kinship therefore signifies having part in a general substance. It is natural then that it is based not only upon the fact that we are a part of the substance of our mother who has borne us, and whose milk nourished us, but also that the food eaten later through which the body is renewed, can acquire and strengthen kinship. If one shared a meal with one’s god the conviction was thus expressed that one was of the same substance as he; no meal was therefore partaken with any one recognized as a stranger.

Warum wird aber dem gemeinsamen Essen und Trinken diese bindende Kraft zugeschrieben? In den primitivsten Gesellschaften gibt es nur ein Band, welches unbedingt und ausnahmslos einigt, das der Stammesgemeinschaft (Kinship). Die Mitglieder dieser Gemeinschaft treten solidarisch für einander ein, ein Kin ist eine Gruppe von Personen, deren Leben solcherart zu einer physischen Einheit verbunden sind, daß man sie wie Stücke eines gemeinsamen Lebens betrachten kann. Es heißt dann beim Mord eines einzelnen aus dem Kin nicht: das Blut dieses oder jenes ist vergossen worden, sondern unser Blut ist vergossen worden. Die hebräische Phrase, mit welcher die Stammesverwandtschaft anerkannt wird, lautet: Du bist mein Bein und mein Fleisch. Kinship bedeutet also einen Anteil haben an einer gemeinsamen Substanz. Es ist dann natürlich, daß sie nicht nur auf die Tatsache gegründet wird, daß man ein Teil von der Substanz seiner Mutter ist, von der man geboren und mit deren Milch man genährt wurde, sondern daß auch die Nahrung, die man späterhin genießt und durch die man seinen Körper erneuert, Kinship erwerben und bestärken kann. Teilte man die Mahlzeit mit seinem Gotte, so drückte es die Überzeugung aus, daß man von einem Stoff mit ihm sei, und wen man als Fremden anerkannte, mit dem teilte man keine Mahlzeit.

The sacrificial repast was therefore originally a feast of the kin, following the rule that only those of kin could eat together. In our society the meal unites the members of the family; but the sacrificial repast has nothing to do with the family. Kinship is older than family life; the oldest families known to us regularly comprised persons who belonged to various bonds of kinship. The men married women of strange clans and the children inherited the clan of the mother; there was no kinship between the man and the rest of the members of the family. In such a family there was no common meal. Even to-day savages eat apart and alone, and the religious prohibitions of totemism as to eating often make it impossible for them to eat with their wives and children.

Die Opfermahlzeit war also ursprünglich ein Festmahl von Stammverwandten, dem Gesetze folgend, daß nur Stammverwandte miteinander essen. In unserer Gesellschaft einigt die Mahlzeit die Mitglieder der Familie, aber mit der Familie hat die Opfermahlzeit nichts zu tun. Kinship ist älter als Familienleben; die ältesten uns bekannten Familien umfassen regelmäßig Personen, die verschiedenen Verwandtschaftsverbänden angehören. Die Männer heiraten Frauen aus fremden Clans, die Kinder erben den Clan der Mutter; es besteht keine Stammesverwandtschaft zwischen dem Manne und den übrigen Familienmitgliedern. In einer solchen Familie gibt es keine gemeinsame Mahlzeit. Die Wilden essen noch heute abseits und allein, und die religiösen Speiseverbote des Totemismus machen ihnen oft die Eßgemeinschaft mit ihren Frauen und Kindern unmöglich.

Let us now turn to the sacrificial animal. There was, as we have heard, no meeting of the kin without animal sacrifice, but, and this is significant, no animal was slaughtered except for such a solemn occasion. Without any hesitation the people ate fruits, game and the milk of domestic animals, but religious scruples made it impossible for the individual to kill a domestic animal for his own use. There is not the least doubt, says Robertson Smith, that every sacrifice was originally a clan sacrifice, and that the killing of a sacrificial animal originally belonged to those acts which were forbidden to the individual and were only justified if the whole kin assumed the responsibility. Primitive men had only one class of actions, which were thus characterized, namely, actions which touched the holiness of the kin’s common blood. A life which no individual might take and which could be sacrificed only through the consent and participation of all the members of the clan was on the same plane as the life of a member of the kin. The rule that every guest of the sacrificial repast must partake of the flesh of the sacrificial animal, had the same meaning as the rule that the execution of a guilty member of the kin must be performed by the whole kin. In other words: the sacrificial animal was treated like one of kin; the sacrificing community, its god, and the sacrificial animal were of the same blood, and the members of a clan.

Wenden wir uns nun zum Opfertier. Es gab, wie wir gehört, keine Stammeszusammenkunft ohne Tieropfer, aber -- was nun bedeutsam ist -- auch kein Schlachten eines Tieres außer für solche feierliche Gelegenheit. Man nährte sich ohne Bedenken von Früchten, Wild und von der Milch der Haustiere, aber religiöse Skrupel machten es dem einzelnen unmöglich, ein Haustier für seinen eigenen Gebrauch zu töten. Es leidet nicht den leisesten Zweifel, sagt Robertson Smith, daß jedes Opfer ursprünglich Clanopfer war, und daß das Töten eines Schlachtopfers ursprünglich zu jenen Handlungen gehörte, die dem einzelnen verboten sind und nur dann gerechtfertigt werden, wenn der ganze Stamm die Verantwortlichkeit mit übernimmt. Es gibt bei den Primitiven nur eine Klasse von Handlungen, für welche diese Charakteristik zutrifft, nämlich Handlungen, welche an die Heiligkeit des dem Stamme gemeinsamen Blutes rühren. Ein Leben, welches kein einzelner wegnehmen darf, und das nur durch die Zustimmung, unter der Teilnahme, aller Clangenossen geopfert werden kann, steht auf derselben Stufe wie das Leben der Stammesgenossen selbst. Die Regel, daß jeder Gast der Opfermahlzeit vom Fleisch des Opfertieres genießen müsse, hat denselben Sinn wie die Vorschrift, daß die Exekution an einem schuldigen Stammesgenossen von dem ganzen Stamm zu vollziehen sei. Mit anderen Worten: Das Opfertier wurde behandelt wie ein Stammverwandter, die opfernde Gemeinde, ihr Gott und das Opfertier waren eines Blutes, Mitglieder eines Clan.

On the basis of much evidence Robertson Smith identifies the sacrificial animal with the old totem animal. In a later age there were two kinds of sacrifices, those of domestic animals which usually were also eaten, and the unusual sacrifice of animals which were forbidden as being unclean. Further investigation then shows that these unclean animals were holy and that they were sacrificed to the gods to whom they were holy, that these animals were originally identified with the gods themselves and that at the sacrifice the worshippers in some way emphasized their blood relationship to the god and to the animal. But this difference between usual and ‘mystic’ sacrifices does not hold good for still earlier times. Originally all animals were holy, their meat was forbidden and might be eaten only on solemn occasions, with the participation of the whole kin. The slaughter of the animal amounted to the spilling of the kin’s blood and had to be done with the same precautions and assurances against reproach.

Robertson Smith identifiziert auf Grund einer reichen Evidenz das Opfertier mit dem alten Totemtier. Es gab im späteren Altertum zwei Arten von Opfern, solche von Haustieren, die auch für gewöhnlich gegessen wurden, und ungewöhnliche Opfer von Tieren, die als unrein verboten waren. Die nähere Erforschung zeigt dann, daß diese unreinen Tiere heilige Tiere waren, daß sie den Göttern als Opfer dargebracht wurden, denen sie heilig waren, daß diese Tiere ursprünglich identisch waren mit den Göttern selbst, und daß die Gläubigen in irgend einer Weise beim Opfer ihre Blutsverwandtschaft mit dem Tiere und dem Gotte betonten. Für noch frühere Zeiten entfällt aber dieser Unterschied zwischen gewöhnlichen und »mystischen« Opfern. Alle Tiere sind ursprünglich heilig, ihr Fleisch ist verboten und darf nur bei feierlichen Gelegenheiten unter Teilnahme des ganzen Stammes genossen werden. Das Schlachten des Tieres kommt dem Vergießen von Stammesblut gleich und muß unter den nämlichen Vorsichten und Sicherungen gegen Vorwurf geschehen.

The taming of domestic animals and the rise of cattle-breeding seems everywhere to have put an end to the pure and rigorous totemism of earliest times. But such holiness as still clung to domestic animals in what was now a ‘pastoral’ religion, is sufficiently distinct for us to recognize its totemic character. Even in late classical times the rite in several localities prescribed flight for the sacrificer after the sacrifice, as if to escape revenge. In Greece the idea must once have been general that the killing of an ox was really a crime. At the Athenian festival of the Bouphonia a formal trial, to which all the participants were summoned, was instituted after the sacrifice. Finally it was agreed to put the blame for the murder upon the knife, which was then cast into the sea.

Die Zähmung von Haustieren und das Emporkommen der Viehzucht scheint überall dem reinen und strengen Totemismus der Urzeit ein Ende bereitet zu haben. Aber was in der nun »pastoralen« Religion den Haustieren an Heiligkeit verblieb, ist deutlich genug, um den ursprünglichen Totemcharakter derselben erkennen zu lassen. Noch in späten klassischen Zeiten schrieb der Ritus an verschiedenen Orten dem Opferer vor, nach vollzogenem Opfer die Flucht zu ergreifen, wie um sich einer Ahndung zu entziehen. In Griechenland muß die Idee, daß die Tötung eines Ochsen eigentlich ein Verbrechen sei, einst allgemein geherrscht haben. An dem athenischen Fest der Bouphonien wurde nach dem Opfer ein förmlicher Prozeß eingeleitet, bei dem alle Beteiligten zum Verhör kamen. Endlich einigte man sich, die Schuld an der Mordtat auf das Messer abzuwälzen, welches dann ins Meer geworfen wurde.

In spite of the dread which protects the life of the animal as being of kin, it became necessary to kill it from time to time in solemn conclave, and to divide its flesh and blood among the members of the clan. The motive which commands this act reveals the deepest meaning of the essence of sacrifice. We have heard that in later times every eating in common, the participation in the same substance which entered into their bodies, established a holy bond between the communicants; in oldest time this meaning seemed to be attached only to participation in the substance of a holy sacrifice. The holy mystery of the sacrificial death was justified in that only in this way could the holy bond be established which united the participants with each other and with their god.

Trotz der Scheu, welche das Leben des heiligen Tieres als eines Stammesgenossen schützt, wird es zur Notwendigkeit, ein solches Tier von Zeit zu Zeit in feierlicher Gemeinschaft zu töten und Fleisch und Blut desselben unter die Clangenossen zu verteilen. Das Motiv, welches diese Tat gebietet, gibt den tiefsten Sinn des Opferwesens preis. Wir haben gehört, daß in späteren Zeiten jedes gemeinsame Essen, die Teilnahme an der nämlichen Substanz, welche in ihre Körper eindringt, ein heiliges Band zwischen den Commensalen herstellt; in ältesten Zeiten scheint diese Bedeutung nur der Teilnahme an der Substanz eines heiligen Opfers zuzukommen. Das heilige Mysterium des Opfertodes rechtfertigt sich, indem nur auf diesem Wege das heilige Band hergestellt werden kann, welches die Teilnehmer untereinander und mit ihrem Gotte einigt.

This bond was nothing else than the life of the sacrificial animal which lived on its flesh and blood and was shared by all the participants by means of the sacrificial feast. Such an idea was the basis of all the blood bonds through which men in still later times became pledged to each other. The thoroughly realistic conception of consanguinity as an identity of substance makes comprehensible the necessity of renewing it from time to time through the physical process of the sacrificial repast.

Dieses Band ist nichts anderes als das Leben des Opfertieres, welches in seinem Fleisch und seinem Blute wohnt und durch die Opfermahlzeit allen Teilnehmern mitgeteilt wird. Eine solche Vorstellung liegt allen Blutbündnissen zu Grunde, durch die sich noch in späten Zeiten Menschen gegeneinander verpflichten. Die durchaus realistische Auffassung der Blutsgemeinschaft als Identität der Substanz läßt die Notwendigkeit verstehen, sie von Zeit zu Zeit durch den physischen Prozeß der Opfermahlzeit zu erneuern.

We will now stop quoting from Robertson Smith’s train of thought in order to give a condensed summary of what is essential in it. When the idea of private property came into existence sacrifice was conceived as a gift to the deity, as a transfer from the property of man to that of the god. But this interpretation left all the peculiarities of the sacrificial ritual unexplained. In oldest times the sacrificial animal itself had been holy and its life inviolate; it could be taken only in the presence of the god, with the whole tribe taking part and sharing the guilt in order to furnish the holy substance through the eating of which the members of the clan assured themselves of their material identity with each other and with the deity. The sacrifice was a sacrament, and the sacrificial animal itself was one of the kin. In reality it was the old totem animal, the primitive god himself through the slaying and eating of whom the members of the clan revived and assured their similarity with the god.

Brechen wir hier die Mitteilung der Gedankengänge von Robertson Smith ab, um ihren Kern in gedrängtester Kürze zu resumieren: Als die Idee des Privateigentums aufkam, wurde das Opfer als eine Gabe an die Gottheit, als eine Übertragung aus dem Eigentum des Menschen in das des Gottes aufgefaßt. Allein diese Deutung ließ alle Eigentümlichkeiten des Opferrituals unaufgeklärt. In ältesten Zeiten war das Opfertier selbst heilig, sein Leben unverletzlich gewesen; es konnte nur unter der Teilnahme und Mitschuld des ganzen Stammes und in Gegenwart des Gottes genommen werden, um die heilige Substanz zu liefern, durch deren Genuß die Clangenossen sich ihrer stofflichen Identität untereinander und mit der Gottheit versicherten. Das Opfer war ein Sakrament, das Opfertier selbst ein Stammesgenosse. Es war in Wirklichkeit das alte Totemtier, der primitive Gott selbst, durch dessen Tötung und Verzehrung die Clangenossen ihre Gottähnlichkeit auffrischten und versicherten.

From this analysis of the nature of sacrifice Robertson Smith drew the conclusion that the periodic killing and eating of the totem before the period when the anthropomorphic deities were venerated was an important part of totem religion. The ceremonial of such a totem feast was preserved for us, he thought, in the description of a sacrifice in later times. Saint Nilus tells of a sacrificial custom of the Bedouins in the desert of Sinai towards the end of the fourth century <small>A.D.</small> The victim, a camel, was bound and laid upon a rough altar of stones; the leader of the tribe made the participants walk three times around the altar to the accompaniment of song, inflicted the first wound upon the animal and greedily drank the spurting blood; then the whole community threw itself upon the sacrifice, cut off pieces of the palpitating flesh with their swords and ate them raw in such haste that in a short interval between the rise of the morning star, for whom this sacrifice was meant, and its fading before the rays of the sun, the whole sacrificial animal, flesh, skin, bones, and entrails, were devoured. According to every testimony this barbarous rite, which speaks of great antiquity, was not a rare custom but the general original form of the totem sacrifice, which in later times underwent the most varied modifications.

Aus dieser Analyse des Opferwesens zog Robertson Smith den Schluß, daß die periodische Tötung und Aufzehrung des Totem in Zeiten vor der Verehrung anthropomorpher Gottheiten ein bedeutsames Stück der Totemreligion gewesen sei. Das Zeremoniell einer solchen Totemmahlzeit, meinte er, sei uns in der Beschreibung eines Opfers aus späteren Zeiten erhalten. Der hl. Nilus berichtet von einer Opfersitte der Beduinen in der sinaitischen Wüste um das Ende des IV. Jahrhunderts nach Christi Geburt. Das Opfer, ein Kamel, wurde gebunden auf einen rohen Altar von Steinen gelegt; der Anführer des Stammes ließ die Teilnehmer dreimal unter Gesängen um den Altar herumgehen, brachte dem Tiere die erste Wunde bei und trank gierig das hervorquellende Blut; dann stürzte sich die ganze Gemeinde auf das Opfer, hieb mit den Schwertern Stücke des zuckenden Fleisches los und verzehrte sie roh in solcher Hast, daß in der kurzen Zwischenzeit zwischen dem Aufgang des Morgensterns, dem dieses Opfer galt, und dem Erblassen des Gestirns vor den Sonnenstrahlen alles vom Opfertier, Leib, Knochen, Haut, Fleisch und Eingeweide vertilgt war. Dieser barbarische, von höchster Altertümlichkeit zeugende Ritus war allen Beweismitteln nach kein vereinzelter Gebrauch, sondern die allgemeine ursprüngliche Form des Totemopfers, die in späterer Zeit die verschiedensten Abschwächungen erfuhr.

Many authors have refused to grant any weight to this conception of the totem feast because it could not be strengthened by direct observation at the stage of totemism. Robertson Smith himself has referred to examples in which the sacramental meaning of sacrifices seems certain, such as the human sacrifices of the Aztecs and others which recall the conditions of the totem feast, the bear sacrifices of the bear tribe of the Ouataouaks in America, and the bear festival of the Ainus in Japan. Frazer has given a full account of these and similar cases in the two divisions of his great work that have last appeared. An Indian tribe in California which reveres the buzzard, a large bird of prey, kills it once a year with solemn ceremony, whereupon the bird is mourned and its skin and feathers preserved. The Zuni Indians in New Mexico do the same thing with their holy turtle.

Viele Autoren haben sich geweigert, der Konzeption der Totemmahlzeit Gewicht beizulegen, weil sie durch die direkte Beobachtung auf der Stufe des Totemismus nicht erhärtet werden konnte. Robertson Smith hat noch selbst auf die Beispiele hingewiesen, in denen die sakramentale Bedeutung der Opfer gesichert scheint, z. B. bei den Menschenopfern der Azteken, und auf andere, welche an die Bedingungen der Totemmahlzeit erinnern, die Bärenopfer des Bärenstammes der Ouataouaks in Amerika und die Bärenfeste der Ainos in Japan. Frazer hat diese und ähnliche Fälle in den beiden letzterschienenen Abteilungen seines großen Werkes ausführlich mitgeteilt. Ein Indianerstamm in Kalifornien, der einen großen Raubvogel (Bussard) verehrt, tötet diesen in feierlicher Zeremonie einmal im Jahre, worauf er betrauert und seine Haut mit den Federn aufbewahrt wird. Die Zuni_indianer in Neumexiko verfahren ebenso mit ihrer heiligen Schildkröte.

In the Intichiuma ceremonies of Central Australian tribes a trait has been observed which fits in excellently with the assumptions of Robertson Smith. Every tribe that practises magic for the increase of its totem, which it cannot eat itself, is bound to eat a part of its totem at the ceremony before it can be touched by the other tribes. According to Frazer the best example of the sacramental consumption of the otherwise forbidden totem is to be found among the Bini in West Africa, in connexion with the burial ceremony of this tribe.

In den Intichiuma_zeremonien der zentralaustralischen Stämme ist ein Zug beobachtet worden, welcher zu den Voraussetzungen von Robertson Smith vortrefflich stimmt. Jeder Stamm, der für die Vermehrung seines Totem, dessen Genuß ihm doch selbst verwehrt ist, Magie treibt, ist gehalten, bei der Zeremonie etwas von seinem Totem selbst zu genießen, ehe derselbe den anderen Stämmen zugänglich wird. Das schönste Beispiel für den sakramentalen Genuß des sonst verbotenen Totem soll sich nach Frazer bei den Bini in Westafrika in Verbindung mit dem Begräbniszeremoniell dieser Stämme finden.

But we shall follow Robertson Smith in the assumption that the sacramental killing and the common consumption of the otherwise forbidden totem animal was an important trait of the totem religion.

Wir aber wollen Robertson Smith in der Annahme folgen, daß die sakramentale Tötung und gemeinsame Aufzehrung des sonst verbotenen Totemtieres ein bedeutungsvoller Zug der Totemreligion gewesen sei.

Let us now envisage the scene of such a totem meal and let us embellish it further with a few probable features which could not be adequately considered before. Thus we have the clan, which on a solemn occasion kills its totem in a cruel manner and eats it raw, blood, flesh, and bones. At the same time the members of the clan disguised in imitation of the totem, mimic it in sound and movement as if they wanted to emphasize their common identity. There is also the conscious realization that an action is being carried out which is forbidden to each individual and which can only be justified through the participation of all, so that no one is allowed to exclude himself from the killing and the feast. After the act is accomplished the murdered animal is bewailed and lamented. The death lamentation is compulsive, being enforced by the fear of a threatening retribution, and its main purpose is, as Robertson Smith remarks on an analogous occasion, to exculpate oneself from responsibility for the slaying.

Stellen wir uns nun die Szene einer solchen Totemmahlzeit vor und statten sie noch mit einigen wahrscheinlichen Zügen aus, die bisher nicht gewürdigt werden konnten. Der Clan, der sein Totemtier bei feierlichem Anlasse auf grausame Art tötet und es roh verzehrt, Blut, Fleisch und Knochen; dabei sind die Stammesgenossen in die Ähnlichkeit des Totem verkleidet, imitieren es in Lauten und Bewegungen, als ob sie seine und ihre Identität betonen wollten. Es ist das Bewußtsein dabei, daß man eine jedem einzelnen verbotene Handlung ausführt, die nur durch die Teilnahme aller gerechtfertigt werden kann; es darf sich auch keiner von der Tötung und der Mahlzeit ausschließen. Nach der Tat wird das hingemordete Tier beweint und beklagt. Die Totenklage ist eine zwangsmäßige, durch die Furcht vor einer drohenden Vergeltung erzwungene, ihre Hauptabsicht geht dahin, wie Robertson Smith bei einer analogen Gelegenheit bemerkt, die Verantwortlichkeit für die Tötung von sich abzuwälzen.

But after this mourning there follows loud festival gaiety accompanied by the unchaining of every impulse and the permission of every gratification. Here we find an easy insight into the nature of the holiday.

Aber nach dieser Trauer folgt die lauteste Festfreude, die Entfesselung aller Triebe und Gestattung aller Befriedigungen. Die Einsicht in das Wesen des Festes fällt uns hier ohne jede Mühe zu.