SCRIPTURA

Johann Wolfgang von Goethe · Faust, Part One · 13 of 29

IX. Promenade · Spaziergang

Translated by Bayard Taylor

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(FAUST, walking thoughtfully up and down. To him MEPHISTOPHELES.)

Faust in Gedanken auf und ab gehend. Zu ihm Mephistopheles.

MEPHISTOPHELESBy all love ever rejected! By hell-fire hot and unsparing!I wish I knew something worse, that I might use it for swearing!

MEPHISTOPHELES.Bei aller verschmähten Liebe! Beim höllischen Elemente!Ich wollt, ich wüßte was Ärgers, daß ich’s fluchen könnte!

FAUSTWhat ails thee? What is’t gripes thee, elf?A face like thine beheld I never.

FAUST.Was hast? was kneipt dich denn so sehr?So kein Gesicht sah ich in meinem Leben!

MEPHISTOPHELESI would myself unto the Devil deliver,If I were not a Devil myself!

MEPHISTOPHELES.Ich möcht mich gleich dem Teufel übergeben,Wenn ich nur selbst kein Teufel wär!

FAUSTThy head is out of order, sadly:It much becomes thee to be raving madly.

FAUST.Hat sich dir was im Kopf verschoben?Dich kleidet’s wie ein Rasender zu toben!

MEPHISTOPHELESJust think, the pocket of a priest should getThe trinkets left for Margaret!The mother saw them, and, instanter,A secret dread began to haunt her.Keen scent has she for tainted air;She snuffs within her book of prayer,And smells each article, to seeIf sacred or profane it be;So here she guessed, from every gem,That not much blessing came with them.“My child,” she said, “ill-gotten goodEnsnares the soul, consumes the blood.Before the Mother of God we’ll lay it;With heavenly manna she’ll repay it!”But Margaret thought, with sour grimace,“A gift-horse is not out of place,And, truly! godless cannot beThe one who brought such things to me.”A parson came, by the mother bidden:He saw, at once, where the game was hidden,And viewed it with a favor stealthy.He spake: “That is the proper view,—Who overcometh, winneth too.The Holy Church has a stomach healthy:Hath eaten many a land as forfeit,And never yet complained of surfeit:The Church alone, beyond all question,Has for ill-gotten goods the right digestion.”

MEPHISTOPHELES.Denkt nur, den Schmuck, für Gretchen angeschafft,Den hat ein Pfaff hinweggerafft!Die Mutter kriegt das Ding zu schauenGleich fängt’s ihr heimlich an zu grauen,Die Frau hat gar einen feinen Geruch,Schnuffelt immer im GebetbuchUnd riecht’s einem jeden Möbel an,Ob das Ding heilig ist oder profan;Und an dem Schmuck da spürt sie’s klar,Daß dabei nicht viel Segen war.“Mein Kind”, rief sie, “ungerechtes GutBefängt die Seele, zehrt auf das Blut.Wollen’s der Mutter Gottes weihen,Wird uns mit Himmelsmanna erfreuen!”Margretlein zog ein schiefes Maul,Ist halt, dacht sie, ein geschenkter Gaul,Und wahrlich! gottlos ist nicht der,Der ihn so fein gebracht hierher.Die Mutter ließ einen Pfaffen kommen;Der hatte kaum den Spaß vernommen,Ließ sich den Anblick wohl behagen.Er sprach: “So ist man recht gesinnt!Wer überwindet, der gewinnt.Die Kirche hat einen guten Magen,Hat ganze Länder aufgefressenUnd doch noch nie sich übergessen;Die Kirch allein, meine lieben Frauen,Kann ungerechtes Gut verdauen.”

FAUSTA general practice is the same,Which Jew and King may also claim.

FAUST.Das ist ein allgemeiner Brauch,Ein Jud und König kann es auch.

MEPHISTOPHELESThen bagged the spangles, chains, and rings,As if but toadstools were the things,And thanked no less, and thanked no moreThan if a sack of nuts he bore,—Promised them fullest heavenly pay,And deeply edified were they.

MEPHISTOPHELES.Strich drauf ein Spange, Kett und Ring’,Als wären’s eben Pfifferling’,Dankt’ nicht weniger und nicht mehr,Als ob’s ein Korb voll Nüsse wär,Versprach ihnen allen himmlischen Lohn—Und sie waren sehr erbaut davon.

FAUSTAnd Margaret?

FAUST.Und Gretchen?

MEPHISTOPHELESSits unrestful still,And knows not what she should, or will;Thinks on the jewels, day and night,But more on him who gave her such delight.

MEPHISTOPHELES.Sitzt nun unruhvoll,Weiß weder, was sie will noch soll,Denkt ans Geschmeide Tag und Nacht,Noch mehr an den, der’s ihr gebracht.

FAUSTThe darling’s sorrow gives me pain.Get thou a set for her again!The first was not a great display.

FAUST.Des Liebchens Kummer tut mir leid.Schaff du ihr gleich ein neu Geschmeid!Am ersten war ja so nicht viel.

MEPHISTOPHELES O yes, the gentleman finds it all child’s-play!

MEPHISTOPHELES. O ja, dem Herrn ist alles Kinderspiel!

FAUSTFix and arrange it to my will;And on her neighbor try thy skill!Don’t be a Devil stiff as paste,But get fresh jewels to her taste!

FAUST.Und mach, und richt’s nach meinem Sinn,Häng dich an ihre Nachbarin!Sei, Teufel, doch nur nicht wie Brei,Und schaff einen neuen Schmuck herbei!

MEPHISTOPHELES Yes, gracious Sir, in all obedience!

MEPHISTOPHELES. Ja, gnäd’ger Herr, von Herzen gerne. (Faust ab.)

[Exit FAUST.Such an enamored fool in air would blowSun, moon, and all the starry legions,To give his sweetheart a diverting show.[Exit.X

So ein verliebter Tor verpufftEuch Sonne, Mond und alle SterneZum Zeitvertreib dem Liebchen in die Luft.(Ab.)