SCRIPTURA

Johann Wolfgang von Goethe · Faust, Part One · 25 of 29

XXI. Walpurgis-Night · Walpurgisnacht

Translated by Bayard Taylor

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THE HARTZ MOUNTAINS.District of Schierke and Elend.

Harzgebirg Gegend von Schierke und Elend

FAUST MEPHISTOPHELESMEPHISTOPHELESDOST thou not wish a broomstick-steed’s assistance?The sturdiest he-goat I would gladly see:The way we take, our goal is yet some distance.

Faust. Mephistopheles.MEPHISTOPHELES.Verlangst du nicht nach einem Besenstiele?Ich wünschte mir den allerderbsten Bock.Auf diesem Weg sind wir noch weit vom Ziele.

FAUSTSo long as in my legs I feel the fresh existence.This knotted staff suffices me.What need to shorten so the way?Along this labyrinth of vales to wander,Then climb the rocky ramparts yonder,Wherefrom the fountain flings eternal spray,Is such delight, my steps would fain delay.The spring-time stirs within the fragrant birches,And even the fir-tree feels it now:Should then our limbs escape its gentle searches?

FAUST.Solang ich mich noch frisch auf meinen Beinen fühle,Genügt mir dieser Knotenstock.Was hilft’s, daß man den Weg verkürzt!Im Labyrinth der Täler hinzuschleichen,Dann diesen Felsen zu ersteigen,Von dem der Quell sich ewig sprudelnd stürzt,Das ist die Lust, die solche Pfade würzt!Der Frühling webt schon in den Birken,Und selbst die Fichte fühlt ihn schon;Sollt er nicht auch auf unsre Glieder wirken?

MEPHISTOPHELESI notice no such thing, I vow!’Tis winter still within my body:Upon my path I wish for frost and snow.How sadly rises, incomplete and ruddy,The moon’s lone disk, with its belated glow,And lights so dimly, that, as one advances,At every step one strikes a rock or tree!Let us, then, use a Jack-o’-lantern’s glances:I see one yonder, burning merrily.Ho, there! my friend! I’ll levy thine attendance:Why waste so vainly thy resplendence?Be kind enough to light us up the steep!

MEPHISTOPHELES.Fürwahr, ich spüre nichts davon!Mir ist es winterlich im Leibe,Ich wünschte Schnee und Frost auf meiner Bahn.Wie traurig steigt die unvollkommne ScheibeDes roten Monds mit später Glut heranUnd leuchtet schlecht, daß man bei jedem SchritteVor einen Baum, vor einen Felsen rennt!Erlaub, daß ich ein Irrlicht bitte!Dort seh ich eins, das eben lustig brennt.Heda! mein Freund! darf ich dich zu uns fodern?Was willst du so vergebens lodern?Sei doch so gut und leucht uns da hinauf!

WILL-O’-THE-WISPMy reverence, I hope, will me enableTo curb my temperament unstable;For zigzag courses we are wont to keep.

IRRLICHT.Aus Ehrfurcht, hoff ich, soll es mir gelingen,Mein leichtes Naturell zu zwingen;Nur zickzack geht gewöhnlich unser Lauf.

MEPHISTOPHELESIndeed? he’d like mankind to imitate!Now, in the Devil’s name, go straight,Or I’ll blow out his being’s flickering spark!

MEPHISTOPHELES.Ei! Ei! Er denkt’s den Menschen nachzuahmen.Geh Er nur grad, in ’s Teufels Namen!Sonst blas ich ihm sein Flackerleben aus.

WILL-O’-THE-WISPYou are the master of the house, I mark,And I shall try to serve you nicely.But then, reflect: the mountain’s magic-mad to-day,And if a will-o’-the-wisp must guide you on the way,You mustn’t take things too precisely.

IRRLICHT.Ich merke wohl, Ihr seid der Herr vom Haus,Und will mich gern nach Euch bequemen.Allein bedenkt! der Berg ist heute zaubertollUnd wenn ein Irrlicht Euch die Wege weisen sollSo müßt Ihr’s so genau nicht nehmen.FAUST, MEPHISTOPHELES, IRRLICHT (im Wechselgesang).In die Traum- und ZaubersphäreSind wir, scheint es, eingegangen.Führ uns gut und mach dir EhreDaß wir vorwärts bald gelangenIn den weiten, öden Räumen!Seh die Bäume hinter Bäumen,Wie sie schnell vorüberrücken,Und die Klippen, die sich bücken,Und die langen Felsennasen,Wie sie schnarchen, wie sie blasen!

FAUST, MEPHISTOPHELES, WILL-O’-THE-WISP(in alternating song)     We, it seems, have entered newly     In the sphere of dreams enchanted.     Do thy bidding, guide us truly,     That our feet be forwards planted     In the vast, the desert spaces!     See them swiftly changing places,     Trees on trees beside us trooping,     And the crags above us stooping,     And the rocky snouts, outgrowing,—     Hear them snoring, hear them blowing!     O’er the stones, the grasses, flowing     Stream and streamlet seek the hollow.     Hear I noises? songs that follow?     Hear I tender love-petitions?     Voices of those heavenly visions?     Sounds of hope, of love undying!     And the echoes, like traditions     Of old days, come faint and hollow.

Durch die Steine, durch den RasenEilet Bach und Bächlein nieder.Hör ich Rauschen? hör ich Lieder?Hör ich holde Liebesklage,Stimmen jener Himmelstage?Was wir hoffen, was wir lieben!Und das Echo, wie die SageAlter Zeiten, hallet wider.

     Hoo-hoo! Shoo-hoo! Nearer hover     Jay and screech-owl, and the plover,—     Are they all awake and crying?     Is’t the salamander pushes,     Bloated-bellied, through the bushes?     And the roots, like serpents twisted,     Through the sand and boulders toiling,     Fright us, weirdest links uncoiling     To entrap us, unresisted:     Living knots and gnarls uncanny     Feel with polypus-antennae     For the wanderer. Mice are flying,     Thousand-colored, herd-wise hieing     Through the moss and through the heather!     And the fire-flies wink and darkle,     Crowded swarms that soar and sparkle,     And in wildering escort gather!

“Uhu! Schuhu!” tönt es näher,Kauz und Kiebitz und der Häher,Sind sie alle wach geblieben?Sind das Molche durchs Gesträuche?Lange Beine, dicke Bäuche!Und die Wurzeln, wie die Schlangen,Winden sich aus Fels und Sande,Strecken wunderliche Bande,Uns zu schrecken, uns zu fangen;Aus belebten derben MasernStrecken sie PolypenfasernNach dem Wandrer. Und die MäuseTausendfärbig, scharenweise,Durch das Moos und durch die Heide!Und die Funkenwürmer fliegenMit gedrängten SchwärmezügenZum verwirrenden Geleite.

     Tell me, if we still are standing,     Or if further we’re ascending?     All is turning, whirling, blending,     Trees and rocks with grinning faces,     Wandering lights that spin in mazes,     Still increasing and expanding!MEPHISTOPHELESGrasp my skirt with heart undaunted!Here a middle-peak is planted,Whence one seeth, with amaze,Mammon in the mountain blaze.

Aber sag mir, ob wir stehenOder ob wir weitergehen?Alles, alles scheint zu drehen,Fels und Bäume, die GesichterSchneiden, und die irren Lichter,Die sich mehren, die sich blähen.MEPHISTOPHELES.Fasse wacker meinen Zipfel!Hier ist so ein MittelgipfelWo man mit Erstaunen sieht,Wie im Berg der Mammon glüht.

FAUSTHow strangely glimmers through the hollowsA dreary light, like that of dawn!Its exhalation tracks and followsThe deepest gorges, faint and wan.Here steam, there rolling vapor sweepeth;Here burns the glow through film and haze:Now like a tender thread it creepeth,Now like a fountain leaps and plays.Here winds away, and in a hundredDivided veins the valley braids:There, in a corner pressed and sundered,Itself detaches, spreads and fades.Here gush the sparkles incandescentLike scattered showers of golden sand;—But, see! in all their height, at present,The rocky ramparts blazing stand.

FAUST.Wie seltsam glimmert durch die GründeEin morgenrötlich trüber Schein!Und selbst bis in die tiefen SchlündeDes Abgrunds wittert er hinein.Da steigt ein Dampf, dort ziehen Schwaden,Hier leuchtet Glut aus Dunst und Flor,Dann schleicht sie wie ein zarter Faden,Dann bricht sie wie ein Quell hervor.Hier schlingt sie eine ganze StreckeMit hundert Adern sich durchs Tal,Und hier in der gedrängten EckeVereinzelt sie sich auf einmal.Da sprühen Funken in der NäheWie ausgestreuter goldner Sand.Doch schau! in ihrer ganzen HöheEntzündet sich die Felsenwand.

MEPHISTOPHELESHas not Sir Mammon grandly lightedHis palace for this festal night?’Tis lucky thou hast seen the sight;The boisterous guests approach that were invited.

MEPHISTOPHELES.Erleuchtet nicht zu diesem FesteHerr Mammon prächtig den Palast?Ein Glück, daß du’s gesehen hast,Ich spüre schon die ungestümen Gäste.

FAUSTHow raves the tempest through the air!With what fierce blows upon my neck ’tis beating!

FAUST.Wie rast die Windsbraut durch die Luft!Mit welchen Schlägen trifft sie meinen Nacken!

MEPHISTOPHELESUnder the old ribs of the rock retreating,Hold fast, lest thou be hurled down the abysses there!The night with the mist is black;Hark! how the forests grind and crack!Frightened, the owlets are scattered:Hearken! the pillars are shattered.The evergreen palaces shaking!Boughs are groaning and breaking,The tree-trunks terribly thunder,The roots are twisting asunder!In frightfully intricate crashingEach on the other is dashing,And over the wreck-strewn gorgesThe tempest whistles and surges!Hear’st thou voices higher ringing?Far away, or nearer singing?Yes, the mountain’s side along,Sweeps an infuriate glamouring song!

MEPHISTOPHELES.Du mußt des Felsens alte Rippen packenSonst stürzt sie dich hinab in dieser Schlünde Gruft.Ein Nebel verdichtet die Nacht.Höre, wie’s durch die Wälder kracht!Aufgescheucht fliegen die Eulen.Hör, es splittern die SäulenEwig grüner Paläste.Girren und Brechen der Äste!Der Stämme mächtiges Dröhnen!Der Wurzeln Knarren und Gähnen!Im fürchterlich verworrenen FalleÜbereinander krachen sie alleUnd durch die übertrümmerten KlüfteZischen und heulen die Lüfte.Hörst du Stimmen in der Höhe?In der Ferne, in der Nähe?Ja, den ganzen Berg entlangStrömt ein wütender Zaubergesang!

WITCHES (in chorus)     The witches ride to the Brocken’s top,     The stubble is yellow, and green the crop.     There gathers the crowd for carnival:     Sir Urian sits over all.     And so they go over stone and stock;     The witch she——s, and——s the buck.

HEXEN (im Chor).Die Hexen zu dem Brocken ziehn,Die Stoppel ist gelb, die Saat ist grün.Dort sammelt sich der große Hauf,Herr Urian sitzt oben auf.So geht es über Stein und Stock,Es farzt die Hexe, es stinkt der Bock.

A VOICE     Alone, old Baubo’s coming now;     She rides upon a farrow-sow.

STIMME.Die alte Baubo kommt allein,Sie reitet auf einem Mutterschwein.

CHORUS     Then honor to whom the honor is due!     Dame Baubo first, to lead the crew!     A tough old sow and the mother thereon,     Then follow the witches, every one.

CHOR.So Ehre denn, wem Ehre gebührt!Frau Baubo vor! und angeführt!Ein tüchtig Schwein und Mutter drauf,Da folgt der ganze Hexenhauf.

A VOICEWhich way com’st thou hither?

STIMME.Welchen Weg kommst du her?

VOICEO’er the Ilsen-stone.I peeped at the owl in her nest alone:How she stared and glared!

STIMME.Übern Ilsenstein!Da guckt ich der Eule ins Nest hinein,Die macht ein Paar Augen!

VOICEBetake thee to Hell!Why so fast and so fell?

STIMME.O fahre zur Hölle!Was reitst du so schnelle!

VOICEShe has scored and has flayed me:See the wounds she has made me!

STIMME.Mich hat sie geschunden,Da sieh nur die Wunden!

WITCHES (chorus)     The way is wide, the way is long:     See, what a wild and crazy throng!     The broom it scratches, the fork it thrusts,     The child is stifled, the mother bursts.WIZARDS (semichorus)

HEXEN, CHOR.Der Weg ist breit, der Weg ist lang,Was ist das für ein toller Drang?Die Gabel sticht, der Besen kratzt,Das Kind erstickt, die Mutter platzt.

     As doth the snail in shell, we crawl:     Before us go the women all.     When towards the Devil’s House we tread,     Woman’s a thousand steps ahead.

HEXENMEISTER, HALBER CHOR.Wir schleichen wie die Schneck im Haus,Die Weiber alle sind voraus.Denn, geht es zu des Bösen Haus,Das Weib hat tausend Schritt voraus.

OTHER SEMICHORUS     We do not measure with such care:     Woman in thousand steps is theft.     But howsoe’er she hasten may,     Man in one leap has cleared the way.

ANDERE HÄLFTE.Wir nehmen das nicht so genau,Mit tausend Schritten macht’s die Frau;Doch wie sie sich auch eilen kann,Mit einem Sprunge macht’s der Mann.

VOICE (from above)Come on, come on, from Rocky Lake!

STIMME (oben).Kommt mit, kommt mit, vom Felsensee!

VOICE (from below)Aloft we’d fain ourselves betake.We’ve washed, and are bright as ever you will,Yet we’re eternally sterile still.

STIMMEN (von unten).Wir möchten gerne mit in die Höh.Wir waschen, und blank sind wir ganz und gar;Aber auch ewig unfruchtbar.

BOTH CHORUSES     The wind is hushed, the star shoots by.     The dreary moon forsakes the sky;     The magic notes, like spark on spark,     Drizzle, whistling through the dark.

BEIDE CHÖRE.Es schweigt der Wind, es flieht der Stern,Der trübe Mond verbirgt sich gern.Im Sausen sprüht das ZauberchorViel tausend Feuerfunken hervor.

VOICE (from below)Halt, there! Ho, there!

STIMME (von unten).Halte! Haltet

VOICE (from above)Who calls from the rocky cleft below there?

STIMME (oben).Wer ruft da aus der Felsenspalte?

VOICE (below)Take me, too! take me, too!I’m climbing now three hundred years,And yet the summit cannot see:Among my equals I would be.

STIMME (von unten).Nehmt mich mit! Nehmt mich mit!Ich steige schon dreihundert Jahr,Und kann den Gipfel nicht erreichenIch wäre gern bei meinesgleichen.

BOTH CHORUSES     Bears the broom and bears the stock,     Bears the fork and bears the buck:     Who cannot raise himself to-night     Is evermore a ruined wight.

BEIDE CHÖRE.Es trägt der Besen, trägt der StockDie Gabel trägt, es trägt der BockWer heute sich nicht heben kannIst ewig ein verlorner Mann.

HALF-WITCH (below)So long I stumble, ill bestead,And the others are now so far ahead!At home I’ve neither rest nor cheer,And yet I cannot gain them here.

HALBHEXE (unten).Ich tripple nach, so lange Zeit;Wie sind die andern schon so weit!Ich hab zu Hause keine RuhUnd komme hier doch nicht dazu.

CHORUS OF WITCHES     To cheer the witch will salve avail;     A rag will answer for a sail;     Each trough a goodly ship supplies;     He ne’er will fly, who now not flies.

CHOR DER HEXEN.Die Salbe gibt den Hexen Mut,Ein Lumpen ist zum Segel gutEin gutes Schiff ist jeder TrogDer flieget nie, der heut nicht flog.

BOTH CHORUSES     When round the summit whirls our flight,     Then lower, and on the ground alight;     And far and wide the heather press     With witchhood’s swarms of wantonness!(They settle down.)

BEIDE CHÖRE.Und wenn wir um den Gipfel ziehn,So streichet an dem Boden hinUnd deckt die Heide weit und breitMit eurem Schwarm der Hexenheit(Sie lassen sich nieder.)

MEPHISTOPHELESThey crowd and push, they roar and clatter!They whirl and whistle, pull and chatter!They shine, and spirt, and stink, and burn!The true witch-element we learn.Keep close! or we are parted, in our turn,Where art thou?

MEPHISTOPHELES.Das drängt und stößt, das ruscht und klappert!Das zischt und quirlt, das zieht und plappert!Das leuchtet, sprüht und stinkt und brennt!Ein wahres Hexenelement!Nur fest an mir! sonst sind wir gleich getrennt.Wo bist du?

FAUST (in the distance)Here!

FAUST (in der Ferne).Hier!

MEPHISTOPHELESWhat! whirled so far astray?Then house-right I must use, and clear the way.Make room! Squire Voland comes! Room, gentle rabble, room!Here, Doctor, hold to me: in one jump we’ll resumeAn easier space, and from the crowd be free:It’s too much, even for the like of me.Yonder, with special light, there’s something shining clearerWithin those bushes; I’ve a mind to see.Come on! we’ll slip a little nearer.

MEPHISTOPHELES.Was! dort schon hingerissen?Da werd ich Hausrecht brauchen müssen.Platz! Junker Voland kommt. Platz! süßer Pöbel, Platz!Hier, Doktor, fasse mich! und nun in einem SatzLaß uns aus dem Gedräng entweichen;Es ist zu toll, sogar für meinesgleichen.Dortneben leuchtet was mit ganz besondrem Schein,Es zieht mich was nach jenen Sträuchen.Komm, komm! wir schlupfen da hinein.

FAUSTSpirit of Contradiction! On! I’ll follow straight.’Tis planned most wisely, if I judge aright:We climb the Brocken’s top in the Walpurgis-Night,That arbitrarily, here, ourselves we isolate.

FAUST.Du Geist des Widerspruchs! Nur zu! du magst mich führen.Ich denke doch, das war recht klug gemacht.Zum Brocken wandeln wir in der Walpurgisnacht,Um uns beliebig nun hieselbst zu isolieren.

MEPHISTOPHELESBut see, what motley flames among the heather!There is a lively club together:In smaller circles one is not alone.

MEPHISTOPHELES.Da sieh nur, welche bunten Flammen!Es ist ein muntrer Klub beisammen.Im Kleinen ist man nicht allein.

FAUSTBetter the summit, I must own:There fire and whirling smoke I see.They seek the Evil One in wild confusion:Many enigmas there might find solution.

FAUST.Doch droben möcht ich lieber sein!Schon seh ich Glut und Wirbelrauch.Dort strömt die Menge zu dem Bösen;Da muß sich manches Rätsel lösen.

MEPHISTOPHELESBut there enigmas also knotted be.Leave to the multitude their riot!Here will we house ourselves in quiet.It is an old, transmitted trade,That in the greater world the little worlds are made.I see stark-nude young witches congregate,And old ones, veiled and hidden shrewdly:On my account be kind, nor treat them rudely!The trouble’s small, the fun is great.I hear the noise of instruments attuning,—Vile din! yet one must learn to bear the crooning.Come, come along! It must be, I declare!I’ll go ahead and introduce thee there,Thine obligation newly earning.That is no little space: what say’st thou, friend?Look yonder! thou canst scarcely see the end:A hundred fires along the ranks are burning.They dance, they chat, they cook, they drink, they court:Now where, just tell me, is there better sport?

MEPHISTOPHELES.Doch manches Rätsel knüpft sich auch.Laß du die große Welt nur sausen,Wir wollen hier im stillen hausen.Es ist doch lange hergebracht,Daß in der großen Welt man kleine Welten macht.Da seh ich junge Hexchen, nackt und bloß,Und alte, die sich klug verhüllen.Seid freundlich, nur um meinetwillen;Die Müh ist klein, der Spaß ist groß.Ich höre was von Instrumenten tönen!Verflucht Geschnarr! Man muß sich dran gewöhnen.Komm mit! Komm mit! Es kann nicht anders sein,Ich tret heran und führe dich herein,Und ich verbinde dich aufs neue.Was sagst du, Freund? das ist kein kleiner Raum.Da sieh nur hin! du siehst das Ende kaum.Ein Hundert Feuer brennen in der ReiheMan tanzt, man schwatzt, man kocht, man trinkt, man liebtNun sage mir, wo es was Bessers gibt?

FAUSTWilt thou, to introduce us to the revel,Assume the part of wizard or of devil?

FAUST.Willst du dich nun, um uns hier einzuführen,Als Zaubrer oder Teufel produzieren?

MEPHISTOPHELESI’m mostly used, ’tis true, to go incognito,But on a gala-day one may his orders show.The Garter does not deck my suit,But honored and at home is here the cloven foot.Perceiv’st thou yonder snail? It cometh, slow and steady;So delicately its feelers pry,That it hath scented me already:I cannot here disguise me, if I try.But come! we’ll go from this fire to a newer:I am the go-between, and thou the wooer.(To some, who are sitting around dying embers:)Old gentlemen, why at the outskirts? Enter!I’d praise you if I found you snugly in the centre,With youth and revel round you like a zone:You each, at home, are quite enough alone.

MEPHISTOPHELES.Zwar bin ich sehr gewohnt, inkognito zu gehn,Doch läßt am Galatag man seinen Orden sehn.Ein Knieband zeichnet mich nicht aus,Doch ist der Pferdefuß hier ehrenvoll zu Haus.Siehst du die Schnecke da? sie kommt herangekrochen;Mit ihrem tastenden GesichtHat sie mir schon was abgerochen.Wenn ich auch will, verleugn ich hier mich nicht.Komm nur! von Feuer gehen wir zu Feuer,Ich bin der Werber, und du bist der Freier.(Zu einigen, die um verglimmende Kohlen sitzen:)Ihr alten Herrn, was macht ihr hier am Ende?Ich lobt euch, wenn ich euch hübsch in der Mitte fände,Von Saus umzirkt und Jugendbraus;Genug allein ist jeder ja zu Haus.

GENERALSay, who would put his trust in nations,Howe’er for them one may have worked and planned?For with the people, as with women,Youth always has the upper hand.

GENERAL.Wer mag auf Nationen trauen!Man habe noch so viel für sie getan;Denn bei dem Volk wie bei den FrauenSteht immerfort die Jugend oben an.

MINISTERThey’re now too far from what is just and sage.I praise the old ones, not unduly:When we were all-in-all, then, truly,Then was the real golden age.

MINISTER.Jetzt ist man von dem Rechten allzu weit,Ich lobe mir die guten Alten;Denn freilich, da wir alles galten,Da war die rechte goldne Zeit.

PARVENU We also were not stupid, either, And what we should not, often did; But now all things have from their bases slid, Just as we meant to hold them fast together.

PARVENÜ. Wir waren wahrlich auch nicht dumm Und taten oft, was wir nicht sollten; Doch jetzo kehrt sich alles um und um, Und eben da wir’s fest erhalten wollten.

AUTHOR Who, now, a work of moderate sense will read? Such works are held as antiquate and mossy; And as regards the younger folk, indeed, They never yet have been so pert and saucy.

AUTOR. Wer mag wohl überhaupt jetzt eine Schrift Von mäßig klugem Inhalt lesen! Und was das liebe junge Volk betrifft, Das ist noch nie so naseweis gewesen.

MEPHISTOPHELES (who all at once appears very old) I feel that men are ripe for Judgment-Day, Now for the last time I’ve the witches’-hill ascended: Since to the lees my cask is drained away, The world’s, as well, must soon be ended.

MEPHISTOPHELES (der auf einmal sehr alt erscheint). Zum Jüngsten Tag fühl ich das Volk gereift, Da ich zum letztenmal den Hexenberg ersteige, Und weil mein Fäßchen trübe läuft, So ist die Welt auch auf der Neige.

HUCKSTER-WITCH Ye gentlemen, don’t pass me thus! Let not the chance neglected be! Behold my wares attentively: The stock is rare and various. And yet, there’s nothing I’ve collected— No shop, on earth, like this you’ll find!— Which has not, once, sore hurt inflicted Upon the world, and on mankind. No dagger’s here, that set not blood to flowing; No cup, that hath not once, within a healthy frame Poured speedy death, in poison glowing: No gems, that have not brought a maid to shame; No sword, but severed ties for the unwary, Or from behind struck down the adversary.

TRÖDELHEXE. Ihr Herren, geht nicht so vorbei! Laßt die Gelegenheit nicht fahren! Aufmerksam blickt nach meinen Waren, Es steht dahier gar mancherlei. Und doch ist nichts in meinem Laden, Dem keiner auf der Erde gleicht, Das nicht einmal zum tücht’gen Schaden Der Menschen und der Welt gereicht. Kein Dolch ist hier, von dem nicht Blut geflossen, Kein Kelch, aus dem sich nicht in ganz gesunden Leib Verzehrend heißes Gift ergossen, Kein Schmuck, der nicht ein liebenswürdig Weib Verführt, kein Schwert, das nicht den Bund gebrochen, Nicht etwa hinterrücks den Gegenmann durchstochen.

MEPHISTOPHELES Gossip! the times thou badly comprehendest: What’s done has happed—what haps, is done! ’Twere better if for novelties thou sendest: By such alone can we be won.

MEPHISTOPHELES. Frau Muhme! Sie versteht mir schlecht die Zeiten. Getan, geschehn! Geschehn, getan! Verleg Sie sich auf Neuigkeiten! Nur Neuigkeiten ziehn uns an.

FAUST Let me not lose myself in all this pother! This is a fair, as never was another!

FAUST. Daß ich mich nur nicht selbst vergesse! Heiß ich mir das doch eine Messe!

MEPHISTOPHELES The whirlpool swirls to get above: Thou’rt shoved thyself, imagining to shove.

MEPHISTOPHELES. Der ganze Strudel strebt nach oben; Du glaubst zu schieben, und du wirst geschoben.

FAUST But who is that?

FAUST. Wer ist denn das?

MEPHISTOPHELES Note her especially, Tis Lilith.

MEPHISTOPHELES. Betrachte sie genau! Lilith ist das.

FAUST Who?

FAUST. Wer?

MEPHISTOPHELES Adam’s first wife is she. Beware the lure within her lovely tresses, The splendid sole adornment of her hair! When she succeeds therewith a youth to snare, Not soon again she frees him from her jesses.

MEPHISTOPHELES. Adams erste Frau. Nimm dich in acht vor ihren schönen Haaren, Vor diesem Schmuck, mit dem sie einzig prangt. Wenn sie damit den jungen Mann erlangt, So läßt sie ihn so bald nicht wieder fahren.

FAUST Those two, the old one with the young one sitting, They’ve danced already more than fitting.

FAUST. Da sitzen zwei, die Alte mit der Jungen; Die haben schon was Rechts gesprungen!

MEPHISTOPHELES No rest to-night for young or old! They start another dance: come now, let us take hold!

MEPHISTOPHELES. Das hat nun heute keine Ruh. Es geht zum neuen Tanz, nun komm! wir greifen zu.

FAUST (dancing with the young witch)      A lovely dream once came to me;      I then beheld an apple-tree,      And there two fairest apples shone:      They lured me so, I climbed thereon.

FAUST (mit der Jungen tanzend). Einst hatt ich einen schönen Traum Da sah ich einen Apfelbaum, Zwei schöne Äpfel glänzten dran, Sie reizten mich, ich stieg hinan.

THE FAIR ONE      Apples have been desired by you,      Since first in Paradise they grew;      And I am moved with joy, to know      That such within my garden grow.

DIE SCHÖNE. Der Äpfelchen begehrt ihr sehr, Und schon vom Paradiese her. Von Freuden fühl ich mich bewegt, Daß auch mein Garten solche trägt.

MEPHISTOPHELES (dancing with the old one)      A dissolute dream once came to me:      Therein I saw a cloven tree,      Which had a————————;      Yet,——as ’twas, I fancied it.

MEPHISTOPHELES (mit der Alten). Einst hatt ich einen wüsten Traum Da sah ich einen gespaltnen Baum, Der hatt ein ungeheures Loch; So groß es war, gefiel mir’s doch.

THE OLD ONE      I offer here my best salute      Unto the knight with cloven foot!      Let him a—————prepare,      If him—————————does not scare.

DIE ALTE. Ich biete meinen besten Gruß Dem Ritter mit dem Pferdefuß! Halt Er einen rechten Pfropf bereit, Wenn Er das große Loch nicht scheut.

PROKTOPHANTASMIST Accurséd folk! How dare you venture thus? Had you not, long since, demonstration That ghosts can’t stand on ordinary foundation? And now you even dance, like one of us!

PROKTOPHANTASMIST. Verfluchtes Volk! was untersteht ihr euch? Hat man euch lange nicht bewiesen. Ein Geist steht nie auf ordentlichen Füßen? Nun tanzt ihr gar, uns andern Menschen gleich!

THE FAIR ONE (dancing) Why does he come, then, to our ball?

DIE SCHÖNE (tanzend). Was will denn der auf unserm Ball?

FAUST (dancing) O, everywhere on him you fall! When others dance, he weighs the matter: If he can’t every step bechatter, Then ’tis the same as were the step not made; But if you forwards go, his ire is most displayed. If you would whirl in regular gyration As he does in his dull old mill, He’d show, at any rate, good-will,— Especially if you heard and heeded his hortation.

FAUST (tanzend). Ei! der ist eben überall. Was andre tanzen, muß er schätzen. Kann er nicht jeden Schritt beschwätzen, So ist der Schritt so gut als nicht geschehn. Am meisten ärgert ihn, sobald wir vorwärts gehn. Wenn ihr euch so im Kreise drehen wolltet, Wie er’s in seiner alten Mühle tut Das hieß’ er allenfalls noch gut Besonders wenn ihr ihn darum begrüßen solltet.

PROKTOPHANTASMIST You still are here? Nay, ’tis a thing unheard! Vanish, at once! We’ve said the enlightening word. The pack of devils by no rules is daunted: We are so wise, and yet is Tegel haunted. To clear the folly out, how have I swept and stirred! Twill ne’er be clean: why, ’tis a thing unheard!

PROKTOPHANTASMIST. Ihr seid noch immer da! nein, das ist unerhört. Verschwindet doch! Wir haben ja aufgeklärt! Das Teufelspack, es fragt nach keiner Regel Wir sind so klug, und dennoch spukt’s in Tegel. Wie lange hab ich nicht am Wahn hinausgekehrt, Und nie wird’s rein; das ist doch unerhört!

THE FAIR ONE Then cease to bore us at our ball!

DIE SCHÖNE. So hört doch auf, uns hier zu ennuyieren!

PROKTOPHANTASMIST I tell you, spirits, to your face, I give to spirit-despotism no place; My spirit cannot practise it at all. (The dance continues) Naught will succeed, I see, amid such revels; Yet something from a tour I always save, And hope, before my last step to the grave, To overcome the poets and the devils.

PROKTOPHANTASMIST. Ich sag’s euch Geistern ins Gesicht. Den Geistesdespotismus leid ich nicht; Mein Geist kann ihn nicht exerzieren. (Es wird fortgetanzt.) Heut, seh ich, will mir nichts gelingen; Doch eine Reise nehm ich immer mit Und hoffe noch vor meinem letzten Schritt Die Teufel und die Dichter zu bezwingen.

MEPHISTOPHELES He now will seat him in the nearest puddle; The solace this, whereof he’s most assured: And when upon his rump the leeches hang and fuddle, He’ll be of spirits and of Spirit cured. (To FAUST, who has left the dance:) Wherefore forsakest thou the lovely maiden, That in the dance so sweetly sang?

MEPHISTOPHELES. Er wird sich gleich in eine Pfütze setzen, Das ist die Art, wie er sich soulagiert, Und wenn Blutegel sich an seinem Steiß ergetzen, Ist er von Geistern und von Geist kuriert. (Zu Faust, der aus dem Tanz getreten ist.) Was lässest du das schöne Mädchen fahren, Das dir zum Tanz so lieblich sang?

FAUST Ah! in the midst of it there sprang A red mouse from her mouth—sufficient reason.

FAUST. Ach! mitten im Gesange sprang Ein rotes Mäuschen ihr aus dem Munde.

MEPHISTOPHELES That’s nothing! One must not so squeamish be; So the mouse was not gray, enough for thee. Who’d think of that in love’s selected season?

MEPHISTOPHELES. Das ist was Rechts! das nimmt man nicht genau; Genug, die Maus war doch nicht grau. Wer fragt darnach in einer Schäferstunde?

FAUST Then saw I—.

FAUST. Dann sah ich—

MEPHISTOPHELES What?

MEPHISTOPHELES. Was?

FAUST Mephisto, seest thou there, Alone and far, a girl most pale and fair? She falters on, her way scarce knowing, As if with fettered feet that stay her going. I must confess, it seems to me As if my kindly Margaret were she.

FAUST. Mephisto, siehst du dort Ein blasses, schönes Kind allein und ferne stehen? Sie schiebt sich langsam nur vom Ort, Sie scheint mit geschloßnen Füßen zu gehen. Ich muß bekennen, daß mir deucht, Daß sie dem guten Gretchen gleicht.

MEPHISTOPHELES Let the thing be! All thence have evil drawn: It is a magic shape, a lifeless eidolon. Such to encounter is not good: Their blank, set stare benumbs the human blood, And one is almost turned to stone. Medusa’s tale to thee is known.

MEPHISTOPHELES. Laß das nur stehn! dabei wird’s niemand wohl. Es ist ein Zauberbild, ist leblos, ein Idol. Ihm zu begegnen, ist nicht gut. Vom starren Blick erstarrt des Menschen Blut, Und er wird fast in Stein verkehrt; Von der Meduse hast du ja gehört.

FAUST Forsooth, the eyes they are of one whom, dying, No hand with loving pressure closed; That is the breast whereon I once was lying,— The body sweet, beside which I reposed!

FAUST. Fürwahr, es sind die Augen einer Toten, Die eine liebende Hand nicht schloß. Das ist die Brust, die Gretchen mir geboten, Das ist der süße Leib, den ich genoß.

MEPHISTOPHELES Tis magic all, thou fool, seduced so easily! Unto each man his love she seems to be.

MEPHISTOPHELES. Das ist die Zauberei, du leicht verführter Tor! Denn jedem kommt sie wie sein Liebchen vor.

FAUST The woe, the rapture, so ensnare me, That from her gaze I cannot tear me! And, strange! around her fairest throat A single scarlet band is gleaming, No broader than a knife-blade seeming!

FAUST. Welch eine Wonne! welch ein Leiden! Ich kann von diesem Blick nicht scheiden. Wie sonderbar muß diesen schönen Hals Ein einzig rotes Schnürchen schmücken, Nicht breiter als ein Messerrücken!

MEPHISTOPHELES Quite right! The mark I also note. Her head beneath her arm she’ll sometimes carry; Twas Perseus lopped it, her old adversary. Thou crav’st the same illusion still! Come, let us mount this little hill; The Prater shows no livelier stir, And, if they’ve not bewitched my sense, I verily see a theatre. What’s going on?

MEPHISTOPHELES. Ganz recht! ich seh es ebenfalls. Sie kann das Haupt auch unterm Arme tragen, Denn Perseus hat’s ihr abgeschlagen. Nur immer diese Lust zum Wahn! Komm doch das Hügelchen heran, Hier ist’s so lustig wie im Prater Und hat man mir’s nicht angetan, So seh ich wahrlich ein Theater. Was gibt’s denn da?

SERVIBILIS                  ’Twill shortly recommence: A new performance—’tis the last of seven. To give that number is the custom here: ’Twas by a Dilettante written, And Dilettanti in the parts appear. That now I vanish, pardon, I entreat you! As Dilettante I the curtain raise.

SERVIBILIS. Gleich fängt man wieder an. Ein neues Stück, das letzte Stück von sieben. So viel zu geben ist allhier der Brauch, Ein Dilettant hat es geschrieben Und Dilettanten spielen’s auch. Verzeiht, ihr Herrn, wenn ich verschwinde Mich dilettiert’s, den Vorhang aufzuziehn.

MEPHISTOPHELES When I upon the Blocksberg meet you, I find it good: for that’s your proper place. XXII

MEPHISTOPHELES. Wenn ich euch auf dem Blocksberg finde, Das find ich gut; denn da gehört ihr hin.