SCRIPTURA

Johann Wolfgang von Goethe · Faust, Part One · 7 of 29

III. The Study · Studierzimmer

Translated by Bayard Taylor

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FAUST(Entering, with the poodle.)

Faust mit dem Pudel hereintretend.

     Behind me, field and meadow sleeping,     I leave in deep, prophetic night,     Within whose dread and holy keeping     The better soul awakes to light.     The wild desires no longer win us,     The deeds of passion cease to chain;     The love of Man revives within us,     The love of God revives again.

FAUST.Verlassen hab ich Feld und Auen,Die eine tiefe Nacht bedeckt,Mit ahnungsvollem, heil’gem GrauenIn uns die beßre Seele weckt.Entschlafen sind nun wilde TriebeMit jedem ungestümen Tun;Es reget sich die Menschenliebe,Die Liebe Gottes regt sich nun.

Be still, thou poodle; make not such racket and riot!Why at the threshold wilt snuffing be?Behind the stove repose thee in quiet!My softest cushion I give to thee.As thou, up yonder, with running and leapingAmused us hast, on the mountain’s crest,So now I take thee into my keeping,A welcome, but also a silent, guest.

Sei ruhig, Pudel! Renne nicht hin und wieder!An der Schwelle was schnoperst du hier?Lege dich hinter den Ofen nieder,Mein bestes Kissen geb ich dir.Wie du draußen auf dem bergigen WegeDurch Rennen und Springen ergetzt uns hast,So nimm nun auch von mir die Pflege,Als ein willkommner stiller Gast.

     Ah, when, within our narrow chamber     The lamp with friendly lustre glows,     Flames in the breast each faded ember,     And in the heart, itself that knows.     Then Hope again lends sweet assistance,     And Reason then resumes her speech:     One yearns, the rivers of existence,     The very founts of Life, to reach.

Ach wenn in unsrer engen ZelleDie Lampe freundlich wieder brennt,Dann wird’s in unserm Busen helle,Im Herzen, das sich selber kennt.Vernunft fängt wieder an zu sprechen,Und Hoffnung wieder an zu blühn,Man sehnt sich nach des Lebens Bächen,Ach! nach des Lebens Quelle hin.

Snarl not, poodle! To the sound that rises,The sacred tones that my soul embrace,This bestial noise is out of place.We are used to see, that Man despisesWhat he never comprehends,And the Good and the Beautiful vilipends,Finding them often hard to measure:Will the dog, like man, snarl his displeasure?

Knurre nicht, Pudel! Zu den heiligen Tönen,Die jetzt meine ganze Seel umfassen,Will der tierische Laut nicht passen.Wir sind gewohnt, daß die Menschen verhöhnen,Was sie nicht verstehn,Daß sie vor dem Guten und Schönen,Das ihnen oft beschwerlich ist, murren;Will es der Hund, wie sie, beknurren?

But ah! I feel, though will thereto be stronger,Contentment flows from out my breast no longer.Why must the stream so soon run dry and fail us,And burning thirst again assail us?Therein I’ve borne so much probation!And yet, this want may be supplied us;We call the Supernatural to guide us;We pine and thirst for Revelation,Which nowhere worthier is, more nobly sent,Than here, in our New Testament.I feel impelled, its meaning to determine,—With honest purpose, once for all,The hallowed OriginalTo change to my beloved German.

Aber ach! schon fühl ich, bei dem besten Willen,Befriedigung nicht mehr aus dem Busen quillen.Aber warum muß der Strom so bald versiegen,Und wir wieder im Durste liegen?Davon hab ich so viel Erfahrung.Doch dieser Mangel läßt sich ersetzen,Wir lernen das Überirdische schätzen,Wir sehnen uns nach Offenbarung,Die nirgends würd’ger und schöner brenntAls in dem Neuen Testament.Mich drängt’s, den Grundtext aufzuschlagen,Mit redlichem Gefühl einmalDas heilige OriginalIn mein geliebtes Deutsch zu übertragen.(Er schlägt ein Volum auf und schickt sich an.)

(He opens a volume, and commences.)’Tis written: “In the Beginning was the Word.”Here am I balked: who, now can help afford?The Word?—impossible so high to rate it;And otherwise must I translate it.If by the Spirit I am truly taught.Then thus: “In the Beginning was the Thought”This first line let me weigh completely,Lest my impatient pen proceed too fleetly.Is it the Thought which works, creates, indeed?“In the Beginning was the Power,” I read.Yet, as I write, a warning is suggested,That I the sense may not have fairly tested.The Spirit aids me: now I see the light!“In the Beginning was the Act,” I write.

Geschrieben steht: “Im Anfang war das Wort!”Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen,Ich muß es anders übersetzen,Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.Bedenke wohl die erste Zeile,Daß deine Feder sich nicht übereile!Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft!Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,Schon warnt mich was, daß ich dabei nicht bleibe.Mir hilft der Geist! Auf einmal seh ich RatUnd schreibe getrost: Im Anfang war die Tat!

If I must share my chamber with thee,Poodle, stop that howling, prithee!Cease to bark and bellow!Such a noisy, disturbing fellowI’ll no longer suffer near me.One of us, dost hear me!Must leave, I fear me.No longer guest-right I bestow;The door is open, art free to go.But what do I see in the creature?Is that in the course of nature?Is’t actual fact? or Fancy’s shows?How long and broad my poodle grows!He rises mightily:A canine form that cannot be!What a spectre I’ve harbored thus!He resembles a hippopotamus,With fiery eyes, teeth terrible to see:O, now am I sure of thee!For all of thy half-hellish broodThe Key of Solomon is good.SPIRITS (in the corridor)     Some one, within, is caught!     Stay without, follow him not!     Like the fox in a snare,     Quakes the old hell-lynx there.     Take heed—look about!     Back and forth hover,     Under and over,     And he’ll work himself out.     If your aid avail him,     Let it not fail him;     For he, without measure,     Has wrought for our pleasure.

Soll ich mit dir das Zimmer teilen,Pudel, so laß das Heulen,So laß das Bellen!Solch einen störenden GesellenMag ich nicht in der Nähe leiden.Einer von uns beidenMuß die Zelle meiden.Ungern heb ich das Gastrecht auf,Die Tür ist offen, hast freien Lauf.Aber was muß ich sehen!Kann das natürlich geschehen?Ist es Schatten? ist’s Wirklichkeit?Wie wird mein Pudel lang und breit!Er hebt sich mit Gewalt,Das ist nicht eines Hundes Gestalt!Welch ein Gespenst bracht ich ins Haus!Schon sieht er wie ein Nilpferd aus,Mit feurigen Augen, schrecklichem Gebiß.Oh! du bist mir gewiß!Für solche halbe HöllenbrutIst Salomonis Schlüssel gut.GEISTER (auf dem Gange).Drinnen gefangen ist einer!Bleibet haußen, folg ihm keiner!Wie im Eisen der Fuchs,Zagt ein alter Höllenluchs.Aber gebt acht!Schwebet hin, schwebet wider,Auf und nieder,Und er hat sich losgemacht.Könnt ihr ihm nützen,Laßt ihn nicht sitzen!Denn er tat uns allenSchon viel zu Gefallen.

FAUSTFirst, to encounter the beast,The Words of the Four be addressed:    Salamander, shine glorious!    Wave, Undine, as bidden!    Sylph, be thou hidden!    Gnome, be laborious!

FAUST.Erst zu begegnen dem Tiere,Brauch ich den Spruch der Viere:Salamander soll glühen,Undene sich winden,Sylphe verschwinden,Kobold sich mühen.

Who knows not their sense(These elements),—Their propertiesAnd power not sees,—No mastery he inheritsOver the Spirits.

Wer sie nicht kennteDie Elemente,Ihre KraftUnd Eigenschaft,Wäre kein MeisterÜber die Geister.

     Vanish in flaming ether,     Salamander!     Flow foamingly together,     Undine!     Shine in meteor-sheen,     Sylph!     Bring help to hearth and shelf.     Incubus! Incubus!     Step forward, and finish thus!

Verschwind in Flammen,Salamander!Rauschend fließe zusammen,Undene!Leucht in Meteoren-Schöne,Sylphe!Bring häusliche Hülfe,Incubus! Incubus!Tritt hervor und mache den Schluß!

Of the Four, no featureLurks in the creature.Quiet he lies, and grins disdain:Not yet, it seems, have I given him pain.Now, to undisguise thee,Hear me exorcise thee!Art thou, my gay one,Hell’s fugitive stray-one?The sign witness now,Before which they bow,The cohorts of Hell!

Keines der ViereSteckt in dem Tiere.Es liegt ganz ruhig und grinst mich an;Ich hab ihm noch nicht weh getan.Du sollst mich hörenStärker beschwören.Bist du, GeselleEin Flüchtling der Hölle?So sieh dies ZeichenDem sie sich beugen,Die schwarzen Scharen!

With hair all bristling, it begins to swell.

Schon schwillt es auf mit borstigen Haaren.

     Base Being, hearest thou?     Knowest and fearest thou     The One, unoriginate,     Named inexpressibly,     Through all Heaven impermeate,     Pierced irredressibly!

Verworfnes Wesen!Kannst du ihn lesen?Den nie Entsproßnen,Unausgesprochnen,Durch alle Himmel Gegoßnen,Freventlich Durchstochnen?

Behind the stove still banned,See it, an elephant, expand!It fills the space entire,Mist-like melting, ever faster.’Tis enough: ascend no higher,—Lay thyself at the feet of the Master!Thou seest, not vain the threats I bring thee:With holy fire I’ll scorch and sting thee!Wait not to knowThe threefold dazzling glow!Wait not to knowThe strongest art within my hands!

Hinter den Ofen gebannt,Schwillt es wie ein ElefantDen ganzen Raum füllt es an,Es will zum Nebel zerfließen.Steige nicht zur Decke hinan!Lege dich zu des Meisters Füßen!Du siehst, daß ich nicht vergebens drohe.Ich versenge dich mit heiliger Lohe!Erwarte nichtDas dreimal glühende Licht!Erwarte nichtDie stärkste von meinen Künsten!(Mephistopheles tritt, indem der Nebel fällt, gekleidet wie ein fahrender Scholastikus, hinter dem Ofen hervor.)

MEPHISTOPHELES(while the vapor is dissipating, steps forth from behind the stove, in the costume of a Travelling Scholar.)Why such a noise? What are my lord’s commands?

MEPHISTOPHELES.Wozu der Lärm? was steht dem Herrn zu Diensten?

FAUSTThis was the poodle’s real core,A travelling scholar, then? The casus is diverting.

FAUST.Das also war des Pudels Kern!Ein fahrender Skolast? Der Kasus macht mich lachen.

MEPHISTOPHELESThe learned gentleman I bow before:You’ve made me roundly sweat, that’s certain!

MEPHISTOPHELES.Ich salutiere den gelehrten Herrn!Ihr habt mich weidlich schwitzen machen.

FAUSTWhat is thy name?

FAUST.Wie nennst du dich?

MEPHISTOPHELESA question small, it seems,For one whose mind the Word so much despises;Who, scorning all external gleams,The depths of being only prizes.

MEPHISTOPHELES.Die Frage scheint mir kleinFür einen, der das Wort so sehr verachtet,Der, weit entfernt von allem Schein,Nur in der Wesen Tiefe trachtet.

FAUSTWith all you gentlemen, the name’s a test,Whereby the nature usually is expressed.Clearly the latter it impliesIn names like Beelzebub, Destroyer, Father of Lies.Who art thou, then?

FAUST.Bei euch, ihr Herrn, kann man das WesenGewöhnlich aus dem Namen lesen,Wo es sich allzu deutlich weist,Wenn man euch Fliegengott, Verderber, Lügner heißt.Nun gut, wer bist du denn?

MEPHISTOPHELESPart of that Power, not understood,Which always wills the Bad, and always works the Good.

MEPHISTOPHELES.Ein Teil von jener Kraft,Die stets das Böse will und stets das Gute schafft.

FAUSTWhat hidden sense in this enigma lies?

FAUST.Was ist mit diesem Rätselwort gemeint?

MEPHISTOPHELESI am the Spirit that Denies!And justly so: for all things, from the VoidCalled forth, deserve to be destroyed:’Twere better, then, were naught created.Thus, all which you as Sin have rated,—Destruction,—aught with Evil blent,—That is my proper element.

MEPHISTOPHELES.Ich bin der Geist, der stets verneint!Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,Ist wert, daß es zugrunde geht;Drum besser wär’s, daß nichts entstünde.So ist denn alles, was ihr Sünde,Zerstörung, kurz, das Böse nennt,Mein eigentliches Element.

FAUSTThou nam’st thyself a part, yet show’st complete to me?

FAUST.Du nennst dich einen Teil, und stehst doch ganz vor mir?

MEPHISTOPHELESThe modest truth I speak to thee.If Man, that microcosmic fool, can seeHimself a whole so frequently,Part of the Part am I, once All, in primal Night,—Part of the Darkness which brought forth the Light,The haughty Light, which now disputes the space,And claims of Mother Night her ancient place.And yet, the struggle fails; since Light, howe’er it weaves,Still, fettered, unto bodies cleaves:It flows from bodies, bodies beautifies;By bodies is its course impeded;And so, but little time is needed,I hope, ere, as the bodies die, it dies!

MEPHISTOPHELES.Bescheidne Wahrheit sprech ich dir.Wenn sich der Mensch, die kleine NarrenweltGewöhnlich für ein Ganzes hält,Ich bin ein Teil des Teils, der anfangs alles warEin Teil der Finsternis, die sich das Licht gebarDas stolze Licht, das nun der Mutter NachtDen alten Rang, den Raum ihr streitig macht,Und doch gelingt’s ihm nicht, da es, so viel es strebt,Verhaftet an den Körpern klebt.Von Körpern strömt’s, die Körper macht es schön,Ein Körper hemmt’s auf seinem Gange;So, hoff ich, dauert es nicht lange,Und mit den Körpern wird’s zugrunde gehn.

FAUSTI see the plan thou art pursuing:Thou canst not compass general ruin,And hast on smaller scale begun.

FAUST.Nun kenn ich deine würd’gen Pflichten!Du kannst im Großen nichts vernichtenUnd fängst es nun im Kleinen an.

MEPHISTOPHELESAnd truly ’tis not much, when all is done.That which to Naught is in resistance set,—The Something of this clumsy world,—has yet,With all that I have undertaken,Not been by me disturbed or shaken:From earthquake, tempest, wave, volcano’s brand,Back into quiet settle sea and land!And that damned stuff, the bestial, human brood,—What use, in having that to play with?How many have I made away with!And ever circulates a newer, fresher blood.It makes me furious, such things beholding:From Water, Earth, and Air unfolding,A thousand germs break forth and grow,In dry, and wet, and warm, and chilly;And had I not the Flame reserved, why, really,There’s nothing special of my own to show!

MEPHISTOPHELES.Und freilich ist nicht viel damit getan.Was sich dem Nichts entgegenstellt,Das Etwas, diese plumpe WeltSo viel als ich schon unternommenIch wußte nicht ihr beizukommenMit Wellen, Stürmen, Schütteln, Brand;Geruhig bleibt am Ende Meer und Land!Und dem verdammten Zeug, der Tier- und Menschenbrut,Dem ist nun gar nichts anzuhaben.Wie viele hab ich schon begraben!Und immer zirkuliert ein neues, frisches Blut.So geht es fort, man möchte rasend werden!Der Luft, dem Wasser wie der ErdenEntwinden tausend Keime sich,Im Trocknen, Feuchten, Warmen, Kalten!Hätt ich mir nicht die Flamme vorbehalten,Ich hätte nichts Aparts für mich.

FAUSTSo, to the actively eternalCreative force, in cold disdainYou now oppose the fist infernal,Whose wicked clench is all in vain!Some other labor seek thou rather,Queer Son of Chaos, to begin!

FAUST.So setzest du der ewig regen,Der heilsam schaffenden GewaltDie kalte Teufelsfaust entgegen,Die sich vergebens tückisch ballt!Was anders suche zu beginnenDes Chaos wunderlicher Sohn!

MEPHISTOPHELESWell, we’ll consider: thou canst gatherMy views, when next I venture in.Might I, perhaps, depart at present?

MEPHISTOPHELES.Wir wollen wirklich uns besinnen,Die nächsten Male mehr davon!Dürft ich wohl diesmal mich entfernen?

FAUSTWhy thou shouldst ask, I don’t perceive.Though our acquaintance is so recent,For further visits thou hast leave.The window’s here, the door is yonder;A chimney, also, you behold.

FAUST.Ich sehe nicht, warum du fragst.Ich habe jetzt dich kennen lernenBesuche nun mich, wie du magst.Hier ist das Fenster, hier die Türe,Ein Rauchfang ist dir auch gewiß.

MEPHISTOPHELESI must confess that forth I may not wander,My steps by one slight obstacle controlled,—The wizard’s-foot, that on your threshold made is.

MEPHISTOPHELES.Gesteh ich’s nur! daß ich hinausspaziere,Verbietet mir ein kleines Hindernis,Der Drudenfuß auf Eurer Schwelle—

FAUSTThe pentagram prohibits thee?Why, tell me now, thou Son of Hades,If that prevents, how cam’st thou in to me?Could such a spirit be so cheated?

FAUST.Das Pentagramma macht dir Pein?Ei sage mir, du Sohn der Hölle,Wenn das dich bannt, wie kamst du denn herein?Wie ward ein solcher Geist betrogen?

MEPHISTOPHELESInspect the thing: the drawing’s not completed.The outer angle, you may see,Is open left—the lines don’t fit it.

MEPHISTOPHELES.Beschaut es recht! es ist nicht gut gezogen.Der eine Winkel, der nach außen zu,Ist, wie du siehst, ein wenig offen.

FAUSTWell,—Chance, this time, has fairly hit it!And thus, thou’rt prisoner to me?It seems the business has succeeded.

FAUST.Das hat der Zufall gut getroffen!Und mein Gefangner wärst denn du?Das ist von ungefähr gelungen!

MEPHISTOPHELESThe poodle naught remarked, as after thee he speeded;But other aspects now obtain:The Devil can’t get out again.

MEPHISTOPHELES.Der Pudel merkte nichts, als er hereingesprungen,Die Sache sieht jetzt anders aus.Der Teufel kann nicht aus dem Haus.

FAUSTTry, then, the open window-pane!

FAUST.Doch warum gehst du nicht durchs Fenster?

MEPHISTOPHELESFor Devils and for spectres this is law:Where they have entered in, there also they withdraw.The first is free to us; we’re governed by the second.

MEPHISTOPHELES.’s ist ein Gesetz der Teufel und Gespenster.Wo sie hereingeschlüpft, da müssen sie hinaus.Das erste steht uns frei, beim zweiten sind wir Knechte.

FAUSTIn Hell itself, then, laws are reckoned?That’s well! So might a compact beMade with you gentlemen—and binding,—surely?

FAUST.Die Hölle selbst hat ihre Rechte?Das find ich gut, da ließe sich ein Pakt,Und sicher wohl, mit euch, ihr Herren, schließen?

MEPHISTOPHELESAll that is promised shall delight thee purely;No skinflint bargain shalt thou see.But this is not of swift conclusion;We’ll talk about the matter soon.And now, I do entreat this boon—Leave to withdraw from my intrusion.

MEPHISTOPHELES.Was man verspricht, das sollst du rein genießen,Dir wird davon nichts abgezwackt.Doch das ist nicht so kurz zu fassen,Und wir besprechen das zunächstDoch jetzo bitt ich, hoch und höchst,Für dieses Mal mich zu entlassen.

FAUSTOne moment more I ask thee to remain,Some pleasant news, at least, to tell me.

FAUST.So bleibe doch noch einen Augenblick,Um mir erst gute Mär zu sagen.

MEPHISTOPHELESRelease me, now! I soon shall come again;Then thou, at will, mayst question and compel me.

MEPHISTOPHELES.Jetzt laß mich los! ich komme bald zurück;Dann magst du nach Belieben fragen.

FAUSTI have not snares around thee cast;Thyself hast led thyself into the meshes.Who traps the Devil, hold him fast!Not soon a second time he’ll catch a prey so precious.

FAUST.Ich habe dir nicht nachgestellt,Bist du doch selbst ins Garn gegangen.Den Teufel halte, wer ihn hält!Er wird ihn nicht so bald zum zweiten Male fangen.

MEPHISTOPHELESAn’t please thee, also I’m content to stay,And serve thee in a social station;But stipulating, that I mayWith arts of mine afford thee recreation.

MEPHISTOPHELES.Wenn dir’s beliebt, so bin ich auch bereit,Dir zur Gesellschaft hier zu bleiben;Doch mit Bedingnis, dir die ZeitDurch meine Künste würdig zu vertreiben.

FAUSTThereto I willingly agree,If the diversion pleasant be.

FAUST.Ich seh es gern, das steht dir frei;Nur daß die Kunst gefällig sei!

MEPHISTOPHELESMy friend, thou’lt win, past all pretences,More in this hour to soothe thy senses,Than in the year’s monotony.That which the dainty spirits sing thee,The lovely pictures they shall bring thee,Are more than magic’s empty show.Thy scent will be to bliss invited;Thy palate then with taste delighted,Thy nerves of touch ecstatic glow!All unprepared, the charm I spin:We’re here together, so begin!

MEPHISTOPHELES.Du wirst, mein Freund, für deine SinnenIn dieser Stunde mehr gewinnenAls in des Jahres Einerlei.Was dir die zarten Geister singen,Die schönen Bilder, die sie bringen,Sind nicht ein leeres Zauberspiel.Auch dein Geruch wird sich ergetzen,Dann wirst du deinen Gaumen letzen,Und dann entzückt sich dein Gefühl.Bereitung braucht es nicht voran,Beisammen sind wir, fanget an!

SPIRITS     Vanish, ye darking     Arches above him!     Loveliest weather,     Born of blue ether,     Break from the sky!     O that the darkling     Clouds had departed!     Starlight is sparkling,     Tranquiller-hearted     Suns are on high.     Heaven’s own children     In beauty bewildering,     Waveringly bending,     Pass as they hover;     Longing unending     Follows them over.     They, with their glowing     Garments, out-flowing,     Cover, in going,     Landscape and bower,     Where, in seclusion,     Lovers are plighted,     Lost in illusion.     Bower on bower!     Tendrils unblighted!     Lo! in a shower     Grapes that o’ercluster     Gush into must, or     Flow into rivers     Of foaming and flashing     Wine, that is dashing     Gems, as it boundeth     Down the high places,     And spreading, surroundeth     With crystalline spaces,     In happy embraces,     Blossoming forelands,     Emerald shore-lands!     And the winged races     Drink, and fly onward—     Fly ever sunward     To the enticing     Islands, that flatter,     Dipping and rising     Light on the water!     Hark, the inspiring     Sound of their quiring!     See, the entrancing     Whirl of their dancing!     All in the air are     Freer and fairer.     Some of them scaling     Boldly the highlands,     Others are sailing,     Circling the islands;     Others are flying;     Life-ward all hieing,—     All for the distant     Star of existent     Rapture and Love!

GEISTER.Schwindet, ihr dunkelnWölbungen droben!Reizender schaueFreundlich der blaueÄther herein!Wären die dunkelnWolken zerronnen!Sternelein funkeln,Mildere SonnenScheinen darein.Himmlischer SöhneGeistige Schöne,Schwankende BeugungSchwebet vorüber.Sehnende NeigungFolget hinüber;Und der GewänderFlatternde BänderDecken die Länder,Decken die Laube,Wo sich fürs Leben,Tief in Gedanken,Liebende geben.Laube bei Laube!Sprossende Ranken!Lastende TraubeStürzt ins BehälterDrängender Kelter,Stürzen in BächenSchäumende Weine,Rieseln durch reine,Edle Gesteine,Lassen die HöhenHinter sich liegen,Breiten zu SeenSich ums GenügeGrünender Hügel.Und das GeflügelSchlürfet sich Wonne,Flieget der Sonne,Flieget den hellenInseln entgegen,Die sich auf WellenGauklend bewegen;Wo wir in ChörenJauchzende hören,Über den AuenTanzende schauen,Die sich im FreienAlle zerstreuen.Einige klimmenÜber die Höhen,Andere schwimmenÜber die Seen,Andere schweben;Alle zum Leben,Alle zur FerneLiebender Sterne,Seliger Huld.

MEPHISTOPHELESHe sleeps! Enough, ye fays! your airy numberHave sung him truly into slumber:For this performance I your debtor prove.—Not yet art thou the man, to catch the Fiend and hold him!—With fairest images of dreams infold him,Plunge him in seas of sweet untruth!Yet, for the threshold’s magic which controlled him,The Devil needs a rat’s quick tooth.I use no lengthened invocation:Here rustles one that soon will work my liberation.

MEPHISTOPHELES.Er schläft! So recht, ihr luft’gen zarten Jungen!Ihr habt ihn treulich eingesungen!Für dies Konzert bin ich in eurer Schuld.Du bist noch nicht der Mann, den Teufel festzuhalten!Umgaukelt ihn mit süßen Traumgestalten,Versenkt ihn in ein Meer des Wahns;Doch dieser Schwelle Zauber zu zerspalten,Bedarf ich eines Rattenzahns.Nicht lange brauch ich zu beschwören,Schon raschelt eine hier und wird sogleich mich hören.

The lord of rats and eke of mice,Of flies and bed-bugs, frogs and lice,Summons thee hither to the door-sill,To gnaw it where, with just a morselOf oil, he paints the spot for thee:—There com’st thou, hopping on to me!To work, at once! The point which made me cravenIs forward, on the ledge, engraven.Another bite makes free the door:So, dream thy dreams, O Faust, until we meet once more!

Der Herr der Ratten und der Mäuse,Der Fliegen, Frösche, Wanzen, LäuseBefiehlt dir, dich hervor zu wagenUnd diese Schwelle zu benagen,So wie er sie mit Öl betupft—Da kommst du schon hervorgehupft!Nur frisch ans Werk! Die Spitze, die mich bannte,Sie sitzt ganz vornen an der Kante.Noch einen Biß, so ist’s geschehn.—Nun, Fauste, träume fort, bis wir uns wiedersehn.

FAUST (awaking)Am I again so foully cheated?Remains there naught of lofty spirit-sway,But that a dream the Devil counterfeited,And that a poodle ran away?IV

FAUST (erwachend).Bin ich denn abermals betrogen?Verschwindet so der geisterreiche DrangDaß mir ein Traum den Teufel vorgelogen,Und daß ein Pudel mir entsprang?